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Speichenspiegel 2019/2020

Redaktion: Detlev Kahl
Layout (Papierversion, Website und Word/PDF-Dokument): Jan Klijn
Druck und Versand (Papierversion): Ulrike Gös

Anmerkung: Aus Datenschutzgründen weden einige Daten, wie der Geburtstagskalender, an dieser Stelle nicht veröffentlicht. Da wo Text fehlt wird dies explizit erwähnt. Grundsätzlich werden Personen nur mit Vorname und mit der ersten Buchstabe des Nachnamens erwählt. Ausnahmen gelten für einige Personen, die eine öffentliche Aufgabe im Verein haben und der Name sowieso klar ist, sowie für Personen, die explizit angegeben haben, keine Probleme mit einer Veröffentlichung des Namen im Internet zu haben. Bitte wendet Euch für eine komplette Version des Speichenspiegels an die Redaktion.

Foto von Tandemfahrern. Das Foto ist von hinten genommen und ist perspektivisch so gewählt, dass man durch einen Rennradlenker guckt. Umschlagbild des Speichenspiegels

Editorial

Ich hab es gern gemacht für zehn Jahr
Ich möcht‘ es machen nicht länger mehr.

Ich meine die Arbeit als Hauptredakteur für die Jahrbücher der Weißen Speiche. Es hat mir viel Freude gemacht, Euch einen bunten Strauß von Fahrtberichten, offiziellen Mitteilungen, Glossen, Rätseln und Spielen, Zeitungsartikeln, Karikaturen, Farbfotos aus Vereins- und Fahrtenleben zusammenzustellen, von Jan Klijn in ein gut anschaubares Druckbild setzen und von Ulrike in den Alsterdorfer Werkstätten zu einem preiswerten und unprätentiösen Heft drucken und binden zu lassen.

Für einen Wechsel gibt es drei „gute“ Gründe:

  • Den Stress zum Jahresende und -beginn möchte ich mir bei meiner nicht gerade stabilen Gesundheit nicht mehr zumuten.
  • Anja, Jans Frau, hat in dieser besagten Zeit sehr wenig von ihrem Mann, da dieser neben dem Satz, dem Layout, selbst auch noch gern einige Artikel und Rätsel beisteuert, um das Jahrbuch auszufüttern.
  • Jan und mir gehen langsam die Ideen für derartige unterhaltsame „Füller“ aus. Wir brauchen jemanden mit einem frischen Repertoire.

Nun möchte ich die Aufgabe eines „Chefredakteurs“ aber auch nicht schwieriger darstellen, als sie ist. Wer gern mal schreibt und wenigstens eine kleine kreative Ader hat, wird Freude an diesem Job haben. Und Jan hat zugesagt, mindestens für das Folgejahr das Layout zu übernehmen. Außerdem haben wir einen Stamm von treuen Artikelschreibern, die einen nicht im Stich lassen und auf Bitte um Beiträge sogar „noch eine Schippe drauflegen“.

Dies ist eine gute Gelegenheit für mich, allen zu danken, die durch ihre zahlreichen und/oder konstanten Beiträge über die Jahre gesichert haben, dass das Jahrbuch der Weißen Speiche in guter inhaltlicher Mischung und immer in ausreichendem, zuletzt steigendem Umfang erscheinen konnte.

Was die Wenigsten wissen und ich deshalb nicht müde werde zu erwähnen, ist die Tatsache, dass die Staatsbibliothek Hamburg unser Jahrbuch archiviert und spätestens im Februar des folgenden Jahres anfragt, wo denn die üblichen zwei Belegexemplare bleiben. Ich weiß nun allerdings nicht, ob die Staatsbibliothek generell verpflichtet ist, Jahrbücher von (Hamburger) Institutionen vorzuhalten, aber ich will auch gern glauben, dass unser Jahrbuch gewisse Qualitätsnormen erfüllt, dass sich die Staatsbibliothek darum bemüht, sie zu archivieren.

Ich wünsche uns, dass wir auch weiterhin unser Vereinsleben in einem Jahrbuch dokumentiert finden. Und für die aktiven Fahrer: Kettenriss und Gabelbruch mögen euch nicht heimsuchen und habt immer genug Luft im Reifen.

Detlev Kahl

Worte des ersten Vorsitzenden

Liebe Tandemfreundinnen und –freunde,

seit knapp einem Jahr muss die Weiße Speiche mit einem neuen Vorstand leben. In den wohlverdienten Vereinsruhestand verabschiedeten sich Gregor Scheithauer und auch Dieter Koch, der dann leider einige Monate später für immer von uns ging. Für die beiden rückten Anja Meister und Sven Gabriel nach. Nun mag man annehmen, dass zwei neue Köpfe bei sechs insgesamt noch keinen Umbruch bedeuten, aber einiges hat sich doch gewaltig verändert. War zuvor nur ein einziges Vorstandsmitglied noch berufstätig, so sind es jetzt immerhin drei. Das ist eine Steigerung um sage und schreibe 200%. Die Zunahme der Weiblichkeit des Vorstandes - von 0 auf 1 -  lässt sich in Prozenten gar nicht mehr ausdrücken. Wie sehr das Durchschnittsalter gesunken ist, will ich lieber nicht ausrechnen; denn auch der Vorstand in seiner jetzigen Zusammensetzung vertritt nicht die Neue Jugendlichkeit, was aber - man mag es bedauern oder als gegeben hinnehmen - für den gesamten Verein gilt.

Meine „Beförderung“ zum 1. Vorsitzenden ist mir durch den Weg, den mir mein Vorgänger Gregor geebnet hat, durch die kameradschaftliche Zusammenarbeit aller Vorstandsmitglieder und das reibungslose Sicheinbringen der „Neuen“ sehr leicht gefallen. Hierfür möchte ich mich herzlich bedanken. Gleichwohl hat sich an meinem Entschluss, wegen meiner häufigen Abwesenheit von Hamburg mein Vorstandsamt nur als Übergangslösung zu sehen, nichts geändert. Ich werde nach rund 24 Jahren Vorstandsarbeit im nächsten Jahr nicht wieder kandidieren.

Der Umbau des Vorstands muss also weitergehen. Deshalb meine Bitte an alle, die die Weiße Speiche als Bereicherung ihres Lebens sehen: Prüft, was Ihr dem Verein zurückgeben könnt. Ein Sportverein ist etwas anderes als ein Fitnessstudio. Die Entrichtung des Beitrags reicht nicht aus. Es muss ja nicht gleich ein Vorstandsamt sein. Engagement lässt sich vielfältig auch auf anderen Ebenen zeigen. Für den Speichenspiegel brauchen wir neue Leute. Detlev Kahl erklärt sich hierzu in seinem Editorial. Das Vereinsanwesen benötigt nach Erwerb und Umgestaltung noch eine vor allem gärtnerische Bearbeitung und eine Renovierung der „Hütte“. Ich will damit nicht sagen, dass alles selbst gemacht werden soll, aber es wäre schön, wenn sich Mitglieder fänden, die sich Gedanken machen, die Umsetzung begleiten und so den Vorstand entlasten. Zu diesen Themen werden wir alle in den nächsten Monaten noch einigen Diskussions- und Entscheidungsbedarf haben.

Um unsere Finanzen müssen wir uns keine Sorgen machen. Im vergangenen Jahr haben wir wieder große Unterstützung durch private Spender und Stiftungen erfahren. Unser verstorbener Tandemkamerad Gerd G. hat uns in seinem Testament großzügig bedacht. Last not least haben wir im Rahmen des Werner-Otto-Preises eine dotierte Anerkennung erhalten. Hierüber berichtet Anja. Wir haben also die Möglichkeit, einiges an Ideen auch umzusetzen. Dies sollte für Mitglieder, die bisher noch nicht wussten, wie sie sich stärker einbringen können, ein zusätzlicher Ansporn sein.Als Ausdruck unserer Dankbarkeit denen gegenüber, die uns finanziell oder tätig oder einfach durch Entgegenkommen geholfen haben, und um zu zeigen, was wir damit schaffen konnten, wollen wir am

16. Mai in Pinneberg einen „Unterstützertag“

begehen. Näheres hierzu werden wir am

14. März auf der Mitgliederversammlung

bekanntgeben. Und am Ende der Saison 2020, für die ich allen, die an unseren zahlreichen Touren teilnehmen werden, viel Freude wünsche, wartet wieder am

15. November unser Stiftungsfest

Ich freue mich auf viele schöne Tage.

Euer Bernd Wülfken

Worte des Tourenwartes

Liebe Tandemgemeinde!

Die 36. Tandemsaison unseres Clubs beginnt, wie Ihr aus den nachfolgenden Tourenplänen ersehen könnt, am Samstag, den 28.03.2020 mit dem Anradeln und endet am 31.10.2020 mit dem Abradeln und Radputzen in Pinneberg.

Natürlich benötige ich für all diese Touren wieder Tourenleiter*Innen, die uns durch das Hamburger Umland führen. Ich freue mich, wenn Ihr euch wieder zahlreich dafür bei mir meldet.

Wir im Planungsteam haben festgestellt, dass die Aufteilung in Touren über 40-50 km und Touren über 60-80 km genau das Richtige für unsere Tandemradler ist und bieten deshalb wieder entsprechende Touren als lange und kurze allgemeine Wochenendtouren an. So kann sich jeder der Fitness entsprechend die Touren aussuchen.

Weiterhin gibt es noch die beliebten Mittwochstouren, die von unserem Clubgelände in Pinneberg starten und die 100-km-Touren für die Hartgesottenen.

Ich freue mich auf eine schöne, harmonische und unfallfreie Tandemsaison 2020 und verbleibe mit sportlichen Grüßen bis zum Anradeln als

Euer Tourenwart Ulli

Termine

Besondere Termine

Jahreshauptversammlung

Die Jahreshauptversammlung findet voraussichtlich am Sonnabend, dem 14. März 2020 statt. Zugang haben nur Vereinsmitglieder. Piloten, die kein Mitglied sind, sind nicht zugelassen.

Mehr Informationen und eine Einladung folgen noch.

Unterstützertag

Am 16. Mai 2020 laden wir unsere Unterstützer ein, mit uns 35 Jahre Tandemclub zu feiern. Mehr Informationen und eine Einladung folgen noch.

Stiftungsfest 2020

Das Stiftungsfest findet voraussichtlich am Sonntag, dem 15. November 2020 statt. Zugang für Mitglieder, Piloten und Freunde des Vereins. Der Ort steht noch nicht fest.

Tourenplan

Den Tourenplan findet ihr unter den Links allgemeine Touren, Mittwochstouren und 100-er Touren.

Klönabend

Und es gibt den monatlichen Klönabend (erster Donnestag im Monat).

Jens’ Brücken-, Garten- und Laubenpieper-Tour am 17.7.2019

An einem sonnigen und warmen Mittwoch im Juli starteten wir die von Jens geleitete Tandemtour, um sogleich wieder zu stoppen: Unser Tandem hatte einen Bremsdefekt, der schnell und gekonnt von Friedel behoben werden konnte. Rolf und ich waren erleichtert, dass dies zu Beginn des Tagesausfluges passierte und nicht später auf einer abschüssigen Strecke.

Wir waren mit zehn Tandems unterwegs. Jens, ein bekennender Garten- und Tierparkliebhaber, führte uns zunächst von Pinneberg nach Thesdorf auf den Baumschulenweg vorbei an einigen Kleingärten Richtung Halstenbek-Krupunder. Bis hierher waren wir vom dichten Autoverkehr noch verschont geblieben. Nebenbei passierten wir das ICE-Reparatur- und Wartungswerk in Hamburg-Eidelstedt sowie das Einkaufszentrum an der Elbgaustraße. Weiter fuhren wir über die Straße am Fangdiekgraben und an weiteren Kleingärten entlang, über den Farnhornweg in den Hellgrundweg und von dort kommend in die Sylvesterallee. Auf der linken Seite lag die Barclaycard Arena und rechts das Volksparkstadion.

Foto von Tandemclubmitgliedern, die um den Riesenfuß von Uwe Seeler stehen und die Skulptur abtasten.
Foto: Joachim B.

Seit dem Jahr 2005 befindet sich hier der drei Meter hohe sowie fünf Meter breite Fuß von Uwe Seeler als Bronzeskulptur im Maßstab 1:20. Ab 2006 kam der „Walk of Fame“ von HSV-Legenden hinzu. Die kleineren Fuß- und Handabdrücke aus Bronze gehören weiteren HSV-Feldspielern, Torhütern oder auch dem Masseur Hermann Rieger. Sie sind in einem Kreis um den großen Fuß herum in am Boden befindlichen Bronze-Tafeln eingelassen. Für alle, die gerne taktil unterwegs sind, wurde hier ein Zwischenstopp eingelegt, um den Fuß und die kleineren Abdrücke zu ertasten und die Inschriften zu lesen oder sich vorlesen zu lassen. Nebenbei machten kleine Naschereien wie beispielsweise Knubberkirschen die Runde und so manche Anekdote zu den Spielern des HSV ebenso.

Schließlich sattelten wir wieder auf und fuhren weiter um das HSV-Stadion herum, bis wir am Trainingsgelände tatsächlich im Vorbeifahren der zweitklassigen Mannschaft einen kurzen Blick zuwerfen konnten. Sorry, liebe HSV-Fans, der Dino ist ausgestorben.

Außer uns gab es zahlreiche Zaungäste, die anscheinend Interesse hatten, ihren Verein bei der Arbeit zu sehen. Offensichtlich rechnete sich auch ein Eisverkäufer in seinem roten Eiswagen ein Geschäft aus. Vor diesem stand bereits eine Schlange von Menschen, die sich zusätzlich ein Eis gönnen wollten.

Wir ließen uns hiervon nicht ablenken, sondern nahmen Kurs auf den etwa 205 ha großen und hügeligen Altonaer Volkspark, Richtung Dahliengarten. Jahreszeitlich stand die Dahlienblüte gerade am Beginn ihrer Blütezeit. Tatsächlich ließen sich hier und dort bereits einige früh blühende Dahlien erblicken. Im 15.000 Quadratmeter großen Garten sind über 600 verschiedene Dahlienarten mit insgesamt mehr als 11.000 Einzelpflanzen innerhalb einer Blütesaison zu bewundern. Es lohnt sich daher, von Mitte Juli bis Oktober mehrmals hierher zu kommen.

Ein wunderschöner Ort für eine ruhige und unterhaltsame Mittagspause, wenn nicht gerade die Flugzeuge am Himmel im Tiefflug ihre Landebahn anpeilen würden. Auch die Sonne schien Platz genommen zu haben. Auf breiten Holzstühlen und Bänken konnten wir uns niederlassen und unsere Brotzeit genießen. Einige von uns machten anschließend gar ein kurzes Nickerchen bzw. nahmen ein Sonnenbad oder unterhielten sich angeregt. Überall sah ich glückliche Gesichter.

Nach allem hieß es wieder: Auf, auf und in die Pedale treten! Wir fuhren weiter bis zum Südende des Dahliengartens, dem Haupteingang an der Luruper Chaussee. Von hier ging es in einer Linkskurve wieder in den Altonaer Volkspark hinein und hinter der Bahrenfelder Trabrennbahn entlang, die es zukünftig nicht mehr geben wird, weil das Forschungszentrum DESY ein Erweiterungsgebiet benötige und die Stadt Hamburg hier 2.200 neue Wohnungen bauen wolle, so erzählte es Ulli beim Vorbeifahren. Auf der Strecke zum Schulgarten kam uns eine Gruppe Kindergartenkinder entgegen, die zum Teil ganz erstaunt ausriefen: „Oh, guck mal, die fahren zu zweit auf dem Rad.“

Rechts und links blühten zahlreiche wunderschöne Sommerblumen, ein letzter Abschnitt idyllische Natur, bevor wir auf einer rasanten Abfahrt und in einem erneuten Schlenker am HSV-Stadion vorbeikamen. Auf Zubringerwegen für Fans, über Straßenbrücken und unter der A7 hindurch gelangten wir zur S-Bahn Stellingen und fuhren von dort weiter in Richtung Stellinger Friedhof über die belebte Kieler Straße. Nun hatten uns die großen, stark befahrenen Verkehrsstraßen wieder, bevor wir durch mehrere Nebenstraßen radelten und schließlich in den Basselweg einbogen. Entlang der Koppelstraße passierten wir den Haupteingang von Hagenbecks Tierpark. Seit 1907 ist er an diesem Standort und verfügt über sechs Kilometer Wegenetz auf 25 ha Parkfläche. Weiter ging es in die Lokstedter Grenzstraße und von außen vorbei am Orang-Utan-Haus, welches durch seinen Rundbau sehr gut zu erkennen war. Danach den Deelwisch hoch, bis wir auf den Kollauer Wanderweg stießen und dort wieder an Schrebergärten zur einen und der Kollau zur anderer Seite vorbeisausten.

Wir folgten der Güterumgehungsbahn ins Niendorfer Gehege und radelten am Wildgehege mit Hirschen und Rehen vorüber bis zum Spielplatz. Hier machten wir eine kurze Pause. Jens, als Mitglied des Vereins Freunde des Tierparks Hagenbeck e.V., erzählte uns, dass hier in der Nähe auf einem Flurstück ein Bauer Ramcke Zuckerrüben für die Elefanten im Zoo anbauen würde und das Gras auf den Flächen im Gehege als Futter für die Tiere mähen dürfe. Bauer Ramcke gilt als Eidelstedter Original und war schon Thema in der Presse sowie im Fernsehen.

Als wir genug geschnackt hatten, ging es auf den Rückweg: zunächst über eine Brücke über die A7 nach Eidelstedt. Dann im Hörgensweg wieder über eine Brücke, diesmal über die A 23, Richtung Halstenbek, durch die Möbel-Einkaufsstraße, weiter über die Adlerstraße und die Heidestraße bis nach Rellingen.

Irgendjemand hatte bemerkt, dass am heutigen Tourentag Thomas fehlte, der bisher regelmäßig einen frisch gebackenen Buttermandelkuchen für die Kaffee-Literatur-Abschlussrunde auf unserem Vereinsgelände mitgebracht hatte. So ganz ohne Kuchen wollte niemand zurückkehren. Deshalb wurde kurzerhand beim Bäcker Schlüter in Rellingen ein leckerer Ersatz-Buttermandelkuchen gekauft.

Am Ende des Tages fuhren wir geradeaus über die Autobahnbrücke Thesdorf zum kleinen See des Pinneberger Wasserskiclubs, an den sich ein Hallenbad anschließt. Unterhalb des Rosengartens von Pinneberg ging es durch den S-Bahn Tunnel. Den Bahnhof passierend begab sich die Gruppe, wie auf ein Kommando, für die letzten zwei Kilometer bis zur Halle auf einen Schlussspurt, als gelte es zu beweisen, wie viel Power noch in einem/einer steckt.

Es gab keine weiteren Stör- bzw. Notfälle. Alle waren heil zurück und konnten sich bei Kaffee, Kuchen und vorgelesener Literatur durch Uwe Holtorf bei der Abschlussrunde auf dem Vereinsgelände entspannen. Die Anzahl der Brücken habe ich nicht gezählt. Maßgeblich sorgten diese für die Aufs und Abs auf dieser Tour - aber nicht nur. Mit einem herzlichen Applaus hatte sich die gesamte Gruppe bei Jens für diese unterhaltsame sowie abwechslungsreiche Streckenführung bedankt.

Martina F.

Auf die kurze Tour, unendlich kurz

Es ist mal wieder so weit. Endlich mal wieder eine Tandemtour, bei der nicht alles so geklappt hat, wie es sein sollte. Nichts Schöneres als über misslungene Touren zu schreiben und den Tourenleiter herzlich wegen des Scheiterns auszulachen. So weit, so gut. Leider war ich aber diesmal selber der Tourenleiter.

Ich leide unter dem Bedürfnis, regelmäßig außergewöhnliche Touren organisieren zu wollen, damit auch mal etwas Spannendes und Aufregendes dazwischen ist. Und das klappt dann nicht immer so, wie man es sich vorgestellt hat.

Das Bild zeigt die geplante Route. Sie startet am Hauptbahnhof in Hamburg und endet bei den Deichtorhallen. Da es nicht einfach ist 80km auf die Elbinsel zu schaffen, musste die Route ziemlich chaotisch gelegt werden. Die Route führt also etwa drei Mal über die Insel. Die Strecke sieht deshalb ziemlich verwirrend aus. Keine Angst: der Tourenleiter kennt die Route genau.
Die geplante Route

Mein Plan war diesmal einfach, und zwar eine lange Tandemtour von exakt 80km auf der Elbinsel. Genau, so zwischen Wilhelmsburg, Veddel, dem Hamburger Hafen und der Bunthäuser Spitze. Ich mag die Gegend sehr gerne und kenne dort viele spannende Strecken. Die Tour soll auch extrem abwechslungsreich sein. In einem Moment fährt man an Bauernhöfen vorbei, dann zwischen Containern durch, um dann die schönen Parkanlagen von Wilhelmsburg zu erkunden. Ein alter, idyllischer Dorfkern und Brennpunkthochhäuser liegen in Kirchdorf nur 100 Meter auseinander.

Um nicht so früh aufstehen zu müssen, soll die Tour am Hauptbahnhof starten, durch den alten Elbtunnel gehen, dann über die Elbbrücken zurück und bei den Deichtorhallen enden.

Das Leid startete nicht etwa damit, dass sämtliche Straßen auf der Elbinsel wegen Bauarbeiten gesperrt waren, als ich die Tour erkunden wollte. Das kennt man ja und damit muss man leben.

Das Problem startete vier Tage vor der Tour mit einer kurzen Mail von Joachim B.:

Moin Jan,
Sonntag ist ja der Ironman in HH. Die Radeln da auch in unsere Richtung. Hattest du daran gedacht? Oder fahren wir da sogar mit?
Liebe Grüsse

Danke Joachim. Ja, hatte ich. Eigentlich. War nämlich bei der Polizei gewesen und die hatten gesagt, am 28. Juli 2019 gäbe es keine Veranstaltung. Also doch. Obwohl ich gerade eine stressige Phase mit langen Arbeitstagen hatte, blieb mir nichts übrig als die Lage zu analysieren.

Schock. Das ganze Zentrum sollte abgesperrt sein, gerade nahe dem Hauptbahnhof. Die Ironman Radstrecke sollte die Elbinsel von Süd nach Nord durchqueren und wir müssten die Strecke 1x, 2x, 3x, ... 4x mit 12 Tandems kreuzen. Zudem waren großflächig zwischen dem Zentrum und Harburg sämtliche Straßen für Autoverkehr gesperrt und gewisse Punkte nur über komplizierte Routen erreichbar. Mit dem Fahrrad kommt man da vorbei, aber Thomas mit dem Anhänger mit den Tandems?

Am nächsten Abend habe ich dann im Zentrum Alternativorte für den Tourenstart gesucht, die Verkehrsinfos im Internet analysiert und für Thomas einen Stadtplan von Hamburg rot und grün übermalt und ihm eine Anreiseroute zukommen lassen.

So konnte ich dann die Tour zum Glück noch retten. Am Tourentermin wurden Anja und ich um 7 Uhr durch Ulli angerufen. Thomas ist krank, wir müssen die Tour absagen, weil ohne Tandemtransport keine Tour. Ziemlich schade, ich hatte in die Route viel Zeit gesteckt und der Ironman hat mich viel Kopfzerbrechen gekostet, aber hatte ich lösen können.

Aber warte! Ohne Thomas keine Tandemtransporte, aber konnten wir keine Tour ab Pinneberg machen, wo die Tandems schon stehen? Ich konnte keine schöne Tour aus der Tasche zaubern, aber Joachim wohnt dort und war in diesem Jahr schon fast täglich 60 oder 80km mit dem Rad dort unterwegs gewesen. Am Telefon war er dann bereit eine Tour zu aus dem Hut zu zaubern. Danke, danke, danke.

Also standen wir um halb neun am Hauptbahnhof und haben die Tandemfahrer eingesammelt und zusammen haben wir die Bahn nach Pinneberg genommen. Dort stand schon der Shuttle-Service „Maike“ bereit, um weitere Verspätungen in der Tour zu ersparen. Auch hier: danke, danke, danke. Die Tour von Joachim war dann in der Tat sehr schön, die Sonne hat geschienen und ein Eis gab es auch noch. Aber diese Tour schreibe ich natürlich nicht, mal ehrlich, über eine gut gelungene und fantastische Tour im Speichenspiegel zu berichten? Das wäre doch langweilig, oder?

Jan Klijn

Foodsharing meets Weiße Speiche

„Wann schmeckt das Essen am besten? Richtig, wenn man es sich nach vielen Kilometern so richtig verdient hat!“
Dieser Gedanke schoss mir durch den Kopf, als ich mal wieder im Rahmen von Foodsharing bei einem Bäcker die Ware vom Tag abholte.

Aber ich fange mal von vorne an: Was ist Foodsharing überhaupt?

Das Bild zeigt ein Franzbrötchen.

Foodsharing ist eine komplett ehrenamtliche Organisation, deren Ziel es ist, noch genießbare Lebensmittel vor der Tonne zu retten.

Der Weg zum Foodsaver (Essensretter, die in den Betrieben die Lebensmittel abholen) führt über einen theoretischen Multiple Choice Test und drei Probeabholungen zum Ausweis. Dann muss man sich bemühen, in Teams zu kommen. Ich bin bei Kaufland, einer Drogerie, einem Biobäcker in Bergedorf, beim Markt und einem Bäcker in Billstedt in die Teams aufgenommen worden. Ab diesen Zeitpunkt konnte es richtig losgehen. Im Internet trage ich mich nun ein, warte auf die Bestätigung der Betriebsverantwortlichen und kann dann die Lebensmittel, die eigentlich entsorgt würden, retten. Ich kann viele Lebensmittel weiterverschenken und Freunden, der Familie, Nachbarn und anderen Menschen etwas Gutes tun. Seit dem her freue mich über einen vollen Kühlschrank.

Das Bild zeigt eine Vanillepuddingbrötchen

Der Bäcker in Bergedorf stellte mich allerdings vor eine Herausforderung, denn es waren Unmengen an belegten Brötchen, Croissants, Apfeltaschen oder Spinatschnecken. Es sind schon mal drei Einkaufskörbe voller Essen. Wohin mit so viel Backwaren?

Da das Treffen zu den Tandemtouren für mich immer sehr zeitig ist, war es perfekt, sich die Brötchen vom Bäcker zu schnappen und nicht noch früher aufstehen zu müssen, um sich den Proviant zu schmieren. Und ich dachte mir, dass es sicher noch mehr Tandem-Morgenmuffel gibt. Daher bot ich mich an, die Verpflegung für alle mitzubringen. Und es war schön, dass die Futterpakete so viel Freude bereiteten und dankbar angenommen wurden. Radfahren und leckerer Proviant passen wirklich hervorragend zusammen.

Und so möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf Foodsharing aufmerksam machen. Jeder kann darauf achten, bewusst einzukaufen, sodass möglich nichts weggeworfen wird. Auch der Umweltschutz liegt uns am Herzen. Viele Lebensmittel können ohne oder mit umweltfreundlichen Verpackungen gekauft werden. Für weitere Informationen, besuche uns gerne auf der Homepage: www.foodsharing.dehttp://www.foodsharing.de

Sylvia H.

Reaktion des Speichenspiegel Layouters:

Die Brötchen und Teilchen (Zimtschnecken, Franzbrötchen, usw.) haben auf den zwei 100-er Tandemtouren gut geschmeckt. Gerne kannst du zukünftig alle Tandemtouren mitmachen, damit auch alle Tandemfreunde ein (zweites) Frühstück genießen können.

Eine Sommer-Regen-Tour von Winsen an der Luhe nach Buchholz in der Nordheide am 6.7.2019

An diesem Samstag trafen wir uns aus Hamburg kommend auf einem Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs in Winsen. Es ereignet sich dieselbe Prozedur wie jedes Mal, wenn wir nicht von Pinneberg aus starten: Thomas ist mit dem Begleitbus und den Tandems auf dem Anhänger schon da. Eine kurze Begrüßung von Ulli, eine ebenso kurze Streckenbeschreibung sollte Gabi abliefern, von Ulli gewünscht in fünf Worten, na ja (Schmunzeln). Danach verkündet Ulli die Gespann-Aufteilung, die Räder werden vom Anhänger heruntergehievt, von dem jeweiligen Gespann wird das Tandem individuell eingestellt, eine kleine Probefahrt gemacht und dann - wird gewartet bis endlich, endlich alle startbereit sind.

Etwas ist heute anders als sonst üblich. Sylvia aus Bergedorf hat drei Behältnisse mit Backwaren dabei, die sie auf einer Sackkarre von eben dort bis hierher, auch mit der Bahn, transportiert hat. Im Rahmen von „foodsharing“ hatte sie die nicht verkauften, leckeren Backwaren vom Tag zuvor aus Bäckereien und Supermärkten abgeholt und für uns zum allgemeinen Genuss und zur Stärkung vor dem Start mitgebracht. [Anmerkung der Redaktion: siehe Artikel oben]

Es geht los! Gemütlich fahren wir durch Winsens überraschend schön anzusehende Altstadt bis zum Markt. Dort werden wir von Passanten darauf aufmerksam gemacht, dass wir hier nicht fahren dürfen, was wir auch nicht vorhatten, und steigen von unseren Tandems ab. Das Tandem schiebend schaue ich mir nebenbei den Wochenmarkt mit seinen Auslagen an. Die typischen Düfte nach etwas Gebratenem - dieser Duft dominiert - und ein Duftgemisch aus Blumen, Kräutern und Äpfeln nehme ich genüsslich wahr. Am Ende des Marktes fahren wir um die St. Marienkirche herum, die uns gerade mit einem Glockengeläut begrüßt oder verabschiedet, mit guten Wünschen für eine gelingende Tour - so ganz sicher bin ich mir hierüber nicht.

Das Foto zeigt die Fähre über die Elbe bei Stöckte.
Stöckte. Foto: Joachim B.

Weiter geht es aus Winsen hinaus, rechts und links säumen alte Fachwerk- und Backsteinhäuser die Straße, dann queren wir die Luhe über eine Brücke, und schon sind wir mitten im Grünen auf einem wunderbaren Rad-Wanderweg durch die Winsener Marsch in Richtung Stöckte. Dort fahren wir auf den Deich, zur Rechten die Auenlandschaft der Ilmenau, zur Linken die Häuser von Stöckte. Schließlich passieren wir den kleinen idyllischen Yachthafen von Stöckte und befinden uns hinter der Ilmenau-Einmündung an der Elbe, auf Höhe der Hoopter Elbfähre, die gerade das Ufer anläuft. Ein willkommener Anlass, stehen zu bleiben, um das An- und Ablegemanöver der Fähre vom und zum Zollenspieker Fährhaus auf der anderen Elbseite zu beobachten.

Hiernach geht es in Richtung Over weiter, direkt am Elbufer unterhalb des Deiches entlang, auf einem alten befestigten, aber schmalen und fast zugewachsenen Spurrillenweg. Ich spüre die Grashalme am Schienbein. Mein Pilot Lothar muss sich auf diesem Streckenabschnitt sehr konzentrieren, weil der Untergrund durch das überwuchernde Grün nicht leicht einsehbar ist. Für mich ist dies jedoch der schönste Abschnitt der Tour, weil es gemächlich vorangeht und ich meinen Blick schweifen lassen kann. Die Elbe liegt in voller Breite vor uns. Ich kann hinüber bis zur anderen Uferseite schauen. Es ist sehr ruhig, da der Straßenlärm unterhalb des Deiches für mich nicht wahrnehmbar ist. Auf den Buhnen, in die Elbe hineinragenden Steinwällen, ruhen und putzen sich Wasservögel, andere schwimmen im oder fliegen über den Fluss. Auf weiteren Buhnen stehen Angler, die ihr Glück versuchten und auf einen guten Fang hoffen.

Schließlich, am Ende dieses urigen Weges radeln wir nach einer scharfen Linkskurve den Deich hoch. Beim Erreichen des Deichscheitelpunkts werden wir mit Applaus von einer Gruppe Fußgänger lachend empfangen und freuten uns über die nette Geste. Wir wechseln auf die gegenüberliegende Straßenseite und fahren westwärts vorbei an einer auf dem Deich befindlichen grasenden Schafherde, die uns gleichmütig passieren lässt. Kurz vor Over, in Höhe Wuhlenberg, biegen wir links ab und fahren an der Seeve entlang, vorbei am „Pfötchentreff-Seevehaus“, einer Hundepension. Ja, auch Hunde haben es gern komfortabel, wenn es für sie in den Urlaub geht. Die weitere Strecke führt uns durch die untere Seeveniederung, ein Gebiet, das ungefähr 500 ha umfasst. Nach wenigen Kilometern halten wir zum zweiten Mal auf dieser Tour an einem Vogelaussichtsturm. Einige von uns gehen die Stufen des Turmes empor, um den Ausblick beim Junkernfeldsee auf Flora und Fauna zu genießen.

Als Nächstes führt unser Weg weiter durch Wiesen und am Waldrand entlang, bis wir in der Nähe von Hörsten den Pulvermühlenteich erreichen, einem hübsch gelegenen Badesee, an dem wir unsere Mittagspause einlegen. Trotz des bedeckten Himmels tauchen Thomas und Klaus ins kühle Nass und schwimmen ihre Runden. Andere genehmigen sich eine Zugabe aus den Boxen des „foodsharings“ oder genießen ihren mitgebrachten Proviant. Wieder andere trinken dazu einen Becher Kaffee am hiesigen Imbissstand.

Horster Wassermühle. Foto: Joachim B.

Abschließend sammelt uns Gabi von den unterschiedlichen Pausenplätzen wieder ein, da sie auf der Wetter-App ihres Smartphones die herannahenden Regenwolken gesehen hat und vor diesen schnellstmöglich wegfahren will. So radeln wir weiter an Maschen vorbei Richtung Horst zum nächsten Höhepunkt dieses Ausfluges, der Horster Wassermühle, deren Wasserrad von der Seeve gespeist wird und sich dreht, als wir sie erreichen. Direkt daneben liegt das Restaurant „Horster Mühle“. Von ihren Tischen aus können die Gäste direkt auf das sich drehende Wasserrad schauen.

Mittlerweile hatte es tatsächlich angefangen zu regnen. Der nächste Streckenabschnitt soll nach Harmstorf durch die Seeveniederung führen, über Waldwege, vorbei an dichtem Buschwerk sowie Bäumen. Für mich sieht alles gleich grün aus, abgesehen vom weichen braunen Boden. Die Kapuze meiner Regenjacke habe ich tief ins Gesicht gezogen, da es Bindfäden regnet. Die Gruppe bewegt sich einsilbig und ruhig auf den Tandems. Die sonst üblichen Unterhaltungen sind verstummt, weil der Regen stärker geworden ist und der weiche Untergrund nach Konzentration und Achtsamkeit beim Fahren verlangt. „Ach“, denke ich, „auch so geht Waldbaden.“ Vielleicht ist dies eine Lücke im Erholungsangebot für Großstädter und sollte von uns beworben werden: Waldbaden und Tandemfahren oder Shinrin Yoku, so heißt es auf Japanisch und wird umschrieben als „achtsames, absichtsloses Eintauchen in die Waldatmosphäre, bei dem wir alle Sinne weit öffnen, ursprünglich, unverfälscht und natürlich.“ „Ja, passt schon“, sinniere ich. Es gibt keine markanten Auffälligkeiten, die Orientierung geben könnten, an denen wir vorbeiradeln. Und dann passiert es: Die Tourenleitung hat den Kurs verloren. Kein Wunder in diesem grünen Dschungel mit Sicht behinderndem Regen. Jetzt kommt die Stunde der Leute, die es vermeintlich besser wissen. Es geht hin und her, feldein und feldaus, bis Gabi allen Unkenrufen zum Trotz ihre Richtung wiedergefunden hat.

Schließlich erreichen wir in der Nähe der Ortschaften Eickstüve und Neu Eckel „Dat ole Fösterhuus“ inmitten der Niedersächsischen Landesforsten. Vor etwa 200 Jahren führte hier die Fernverkehrsstrecke Lüneburg-Amsterdam vorbei. Heute können Gäste mit einem Postkutschenmodell von 1865 durch die Region Rosengarten fahren. Außerdem werden hier standesamtliche Trauungen im romantischen und historischen Umfeld vorgenommen. Von dort geht es ungefähr 3,5 km bergab an der Reha-Waldklinik in Jesteburg vorbei, im Volksmund auch „Rüsselkäfer“ genannt, weil dieser vor vielen Jahren ursächlich für eine Waldschädlingsplage war und als Namensgeber für einen vormals an dieser Stelle befindlichen Landgasthof herhalten musste.

Danach fahren wir wieder ein bisschen bergauf nach Itzenbüttel. Noch kurz vor Itzenbüttel wird ein letzter Stopp eingelegt, um die aufgetretenen Mängel an den Fahrrädern in die obligatorische Liste aufzunehmen. Über Reindorf geht es dann auf der Straße vorbei an einem Begrüßungsschild "Willkommen in Buchholz in der Nordheide", wo schließlich die heutige Tandemtour vor dem Bahnhof endet. Inzwischen scheint wieder die Sonne, als wolle sie uns zum Abschluss küssen. Ein freudiger Applaus verbunden mit einem herzlichen Dankeschön gebührt Gabi, unserer Tourenleiterin, und Joachim, unserem Mitvorbereiter, als Mindestlohn für diese abwechslungsreiche sowie spannende Streckenführung, bevor wir bequem mit der Bahn nach Hamburg zurückfahren.

Martina F.

Rückblick Stiftungsfest

Am Samstag, 16. November feierten wir ab 18.00 Uhr mit 55 Personen im Casino des Betriebssportverbandes in Hammerbrook. Im geschmückten Saal erwartete uns ein reichhaltiges Büffet. Neben Zanderfilet auf Blattspinat gab es kleine Schnitzel und Putengeschnetzeltes. Dazu kamen Reis und Kartoffeln sowie buntes Gemüse. Ein grüner Salat – wahlweise mit Schafskäse und/oder Oliven sowie eine Obstplatte zum Nachtisch rundeten das Angebot ab. Da wiederholt nachgelegt wurde, blieb keiner hungrig. Anschließend nutzen viele die Gelegenheit, in dem geräumigen Saal die Plätze zu wechseln. So führten wir angeregte Gespräche. Die Letzten verließen den gastlichen Raum erst gegen 12 Uhr in der Nacht.

Sven Gabriel

Nachrufe

Aus Datenschutzgründen werden keine Nachrufe veröffentlicht. Bitte dazu bei der Redaktion das Heft oder die Word/PDF Version beantragen.

Tandemrätsel 1

Die Tandemtour geht bald los, alle Tandemgespanne stehen schon abfahrtbereit hintereinander zum Starten bereit. Nur Besengespann Ulli und Hans beobachtet das Geschehen von der Seite. „Mmm...,“ sagt Hans zu Ulli, „das Gespann Anke und Fritz ist das sechste von hinten.“ Hans redet weiter: „und das Gespann Frauke und Dieter ist das achte von vorne. Zwischen den Gespannen Anke/Fritz und Frauke/Dieter stehen genau drei weitere Gespanne.“

„Oh,“ fragt Ulli, „wie viele Tandems sind wir dann, annehmend, dass wir mit sehr wenigen Gespannen unterwegs sind?“

Lösung ganz unten.

Wie sich die Speichen gleichen

Fahrradclubs scheinen unabgesprochen/intuitiv ähnliche Namen zu bevorzugen und ähnliche Rituale zu pflegen

In einer unserer regionalen Reklamezeitschriften (Umschau vom November 2019) stieß ich auf einen Artikel mit Foto über das 25 - jährige Jubiläum eines Amateurfahrrad-Vereins aus der benachbarten Kleinstadt Henstedt namens „Heiße Speiche“. War es der ähnlich klingende Name oder die ähnliche Zielsetzung - die Erkundung der Umgebung durch selbst entworfene und ausgetestete Touren per Fahrrad: Mein Interesse war geweckt und ich las weiter. Da gab es noch mehr Ähnlichkeiten mit unserer „Weißen Speiche“:

Die Heiße Speiche organisiert regelmäßig einmal im Monat Radtouren in die Umgebung für ihre aktuell 47 Mitglieder.
Sie hat festgelegte Tourenführer seit neun Jahren, die die Strecken jedes Mal vorher ausprobieren, d.h. mindestens einmal vorher abfahren, bevor sie die Gruppe über diese Strecke führen.

Screen Shot von der Webseite der Heißen Speiche.
Werbung der „Heißen Speiche“ auf der Bürger Aktiv Henstedt-Ulzburg e.V. Website

Jedes Jahr machen sie mehrtägige Touren von entfernteren Start- und Standpunkten aus, worin die Fahrräder im Bus-Anhänger transportiert werden.

Und was meint ihr wohl, was sie im Winter gemeinsam tun? Sie treffen sich zum Essen: vorzugsweise zum Grünkohl– oder Mehlbüdelessen!

Das kann man nicht nur mit dem Zufall erklären - das muss in den Radfahrergenen angelegt oder ihnen antrainiert sein!

Natürlich gibt es auch einige Unterschiede, die uns durchaus zum Vorteil gereichen, weshalb sie hier nicht verschwiegen werden sollen:

Wir leben reale Gemeinnützigkeit, denn zusammen ermöglichen wir Sehbehinderten etwas, was sie allein nicht leisten könnten oder dürften, nämlich Fahrrad fahren.

Bei uns hat jeder die Möglichkeit, eine Tour anzumelden, zu planen und, wenn er gezeigt hat, dass er dazu in der Lage ist, die Tour zu leiten.

Bei unseren kürzeren (in der Strecke, nicht zwangsläufig in der Zeit) Touren, den sogenannten „Literatouren“ haben wir noch ein kulturelles Plus. Nach dem Tandemreinigen und -rangieren werden kurze, pointierte Sach- oder literarische, am liebsten humoristische Texte vorgetragen, wobei häufig offen ist, wer was mitgebracht und vorbereitet hat. Es können auch Anekdoten und Rätsel und Quizfragen sein.

Dazu passt eine abschließende Wissensfrage für unsere Opern-Freunde: Der Titel dieses kleinen Textes ist eine Anspielung auf den Anfang einer berühmten Arie. Wie lautet der Original-Text (es genügt die deutsche Übersetzung), wie heißt die Oper, wie der Komponist, und als klug geschissenes i-Tüpfelchen, wie heißt die Figur in der Oper. Wer mindestens drei Fragen richtig beantwortet hat, kann stolz auf sich sein und sich auf die Schulter klopfen...

Detlev Kahl

Lösung ganz unten.

Tandemrätsel 2

Auf dem Weg zu unserer Tandemhalle in Pinneberg begegnete ich einem Tourenleiter mit 14 Tandems. Jedes Tandem hatte zwei Tandemfahrer drauf. Jede Person hatte zwei Taschen dabei. In jeder Tasche befand sich eine Brotdose. In jeder Brotdose gab es fünf Scheiben Brot. Jede Scheibe Brot war mit fünf Scheiben holländischem Käse (Leerdamer) belegt.

Tourenleiter, Tandems, Tandemfahrer, Fahrradtaschen, Brottüten, Brotscheiben und Scheiben Käse, wie viele bewegten sich zu unserer Tandemhalle?

Lösung ganz unten.

Ein Hoch auf uns….

Unser 1. Vorsitzender Bernd meinte so ganz nebenbei auf einer Vorstandssitzung im Herbst: „Werner-Otto-Preis. Sollen wir uns da bewerben?“

Es folgen Tandemclub-übliche Antworten:

„Hmmm“

„Ich weiß nicht…“

„Na ja….“

„Was`n das?“

Demzufolge wird sich einstimmig auf ein klares „Ja“ geeinigt und ab geht die Post… im wahrsten Sinne!

Und was soll ich sagen? Wir sind nominiert!!!

Aber was heißt das eigentlich, nominiert zu sein? Tausend Gedanken gehen uns durch den Kopf: ein Lächeln, ein warmer Händedruck, ein Stuhl zum Sitzen (hoffentlich)… aaaber: ein Rathaus, ein Senator, ein Senatsempfang, ein, zwei, drei Prominente… wenn auch nur für einen warmen Händedruck: Allein für diesen Rahmen lohnt es sich doch schon hinzugehen!

Ulli und Bernd haben zeitlich kein Problem (die Rentner halt), Sven hat sich mittendrin freigeschaufelt, Ina musste man im Vorfeld gar nicht doll überreden, ich habe meinen Dienst getauscht… was man nicht alles tut für `nen warmen Händedruck.

Auf geht`s! Rathaus!! Wir kommen!!!!

Jeder, der das Rathaus kennt, weiß, dass allein die Räumlichkeiten dem Ganzen schon einen sehr festlichen Rahmen geben. Noch schnell den roten Teppich bewältigen und dann endlich sitzen wir – in Reihe 5 zu fünft nebeneinander.

Uuuuund: Action!

Von wegen: Action! Zunächst steht Rando Aust am Mikrophon, um alle berühmten Persönlichkeiten, Unterstützer, Stifter….und dann auch die Sportler zu begrüßen.

Nun aber: Action! …nee, nee, nee, neeee!

Dann möchte auch Senator Andy Grote was sagen, und er begrüßt alle berühmten Persönlichkeiten…

AAAAction! Von wegen.

Erst mal kommt dann Alexander Otto, um alle berühmten…

Action! E N D L I C H!!!

Tatsächlich kommt mit Martin Schwalb ein handballender Laudator nach vorn. „Danke schön für die Einladung hier, willkommen da…. Seit 35 Jahren fährt der Tandemclub Weiße Speiche e. V. ….“

NEIN!

 

DOCH!!

 

YIPIIIIEH!!!

Fotos auf der Leinwand (danke schön, Jan). „... bringt Sehgeschädigte und Sehende zusammen… erhalten eine Auszeichnung für ihr Tun und den damit verbundenen Preis von 5.000€!“

NEIN!

 

DOCH!!

 

YIPIIIIEH!!! YIPIIIIEH!!!

„Herzlichen Glückwunsch!“

Das Bild zeigt die Urkunde, die wir bekommen haben.
Die Urkunde

Sekunden verstreichen…und natürlich bleiben wir artig sitzen, denn niemand hat gesagt, dass „Sie dürfen dann nach vorn kommen!“ Ach so, ja, klar!

So, und nun haben wir ihn! Den Preis! Den Werner-Otto-Preis!! Und ich bin stolz darauf! Ich bin stolz auf euch alle. Ich möchte auf diesem Wege allen gratulieren – denn der Tandemclub sind wir alle: Sehgeschädigte, Sehende, Schrauber, Vorstand, Unterstützer, Busfahrer, Kuchenbäcker, Griller, Jahrbuchmacher…

Und der Preis gilt ja nicht für die Zukunft, sondern für die vergangenen 35 Jahre! Dass alles so läuft, wie es läuft, ist der Unermüdlichkeit genau derer zu verdanken, die in den vielen Jahren mitgewirkt haben: ganz genau DIE: die Strampler und Tüftler, die Tagenden und Zahlenden, die Fahrenden, die Bäcker, Griller und Schreiber. Danke schön!

Ein Hoch auf euch!!!

Anja Meister

Werner-Otto-Preis Verleihung im Hamburger Rathaus am 23. Januar 2020. Von links Sven Gabriel, Anja Meister, Alexander Otto (Stiftungsvorsitzender), Ina Seidel, Andy Grote (Sportsenator), Bernd Wülfken, Martin Schwalb, Ulli Staniullo. Foto: Alexander Otto Sportstiftung

Tandemrätsel 3

Die Hundertertour ist zu Ende. Es ging in der Sonne von Lübeck nach Lübeck über Schönberg und Boltenhagen. Am Ende sind alle erschöpft, aber glücklich. „Was für eine tolle, schöne Hundertertour was das,“ sagt einer der vierzehn Teilnehmer im Biergarten und hebt das Glas. „Auf Tourenleiter Joachim!“ ruft er. Danach stößt er mit jedem Teilnehmer an. Auch die andere Teilnehmer stoßen mit allen anderen an. Wie viele Male wird insgesamt angestoßen?

Lösung ganz unten.

Pressespiegel

Es gibt eine Artikel über uns im „Vielfalt Leben“, Das Magazin von SZENE HAMBURG und Inklusionsbüro, Ausgabe 06 / 2019.

Diese Artikel können wir wir nicht öffentlich publizieren. Interessenten wenden sich bitte an die Redaktion des Speichenspiegels.

Schlimme Diwasserstoffoxidvergiftung

Das Bild zeigt die gefahrene Route. In etwa von Barmbek-Süd (ziemlich genau vom BSVH) nach Moorfleet und Ochsenwerder und dann zurück nach  Barmbek.
Die gefahrene Route

Wie vielleicht einige von euch wissen, nutze ich auf meinem Smartphone eine Sport-App, um meine Fahrradtouren mit anderen zu teilen. Andere Sportler, teils mir unbekannt, können dann Kommentare hinterlassen. Dies führt gelegentlich zu netten, schriftlichen Unterhaltungen, wie zu meiner Radtour vom 13. Januar 2019. Auf dieser Tour bin ich bei 6°C im Regen Mountainbike gefahren, hatte die Tour „Schlimme Diwasserstoffoxidvergiftung“ genannt und als Beschreibung geschrieben:

Schlimmer Ausschlag auf Gesicht und Beinen, siehe Bilder. Tour feucht und windig, dafür mild. „Schlubberstrecke“ gewählt.

Dazu Bilder von meinen Beinen voller Dreck. Da meldete sich Kerstin M aus Berlin zu Wort und es gab folgende schriftliche Konversation mittels der Kommentarfunktion, wobei die verwendeten Emojis auf der Webseite schlecht darstellbar sind und deshalb in [eckigen Klammern] genannt werden:

Kerstin M: Kurze Hose??? Welche Temperaturen habt ihr?

Jan B. Klijn: Gemütliche 6°C und eine stetige warme Dusche.

Kerstin M: Na wenn 6 Grad ne warme Dusche ist [Emoji: Smiley der lacht]. Ich hab bei der selben Temperatur bestimmt das 3 fache an ...Ist das nachher nicht ne Qual im Sommer?

Jan B. Klijn: Na ja, mein Oberkörper war heute schon in Regenjacke, dickem Pulli, Fahradtrikot und -leibchen versteckt und Handschuhe hatte ich auch an. Die letzen ziehe ich im Sommer aus, dann geht es. Ich liebe es bei 35°C auf dem Rennrad zu sitzen. Muss nur Klimaanlage anschalten. Die läuft klimaneutral auf Wasser. Frage mich nur, wie du drei Radlerhosen und drei Paar Beinlinge anziehst, wenn du im Winter radelst. Stelle ich mir unbequem vor.

Kerstin M: Da heizt der Oberkörper dann den Rest [Emoji: Smiley, der blinzelt]. Nee, keine 3 Hosen- das wäre ja wie in Windeln fahren [Emoji: lachender Smiley]. Lange Tight (für 10 Grad ausgelegt) kurze Shorts drüber, Radsocken und Merinokniestrümpfe. Für den Oberkörper lange Base Layer, Winter Trikot und eine Barrier Jacke. Ist also schon deutlich mehr als bei dir [Emoji: blinkender Smiley]. Klimaanlage am Fahrrad? Krass...

Jan B. Klijn: Nein, Klimaanlage auf'm Rad. Ist ein System, das mit zwei 0,75L Flaschen, einem saugenden Mund, einem 7m langen Rohr mit durchlässigem Membran, einem Netz aus Leitungen, durch die eine rote Flüssigkeit fließt, und einer Hülle, die kleine Löcher enthält, durch die salzige Flüssigkeit entweichen kann und im Fahrtwind verdampft. Das System ist in der Tat recht kompliziert und kann auch mal kaputtgehen. Dann muss man zu einem Mechaniker in weißem Anzug, der lange dafür studiert hat und das System dann hoffentlich wieder flottmacht. Mit richtiger Pflege hält aber solch eine Klimaanlage aber oft ein Leben lang [Emoji: blinkender Smiley]

Kerstin M: Verrückte Sachen gibt‘s, hab sowas echt noch nie gehört. Wär was für meinen Mann [Emoji: Smiley, der blinkt]. Was hat der Spaß gekostet?

Jan B. Klijn: Meinem Vater hat es nur eine Viertelstunde Zeit gekostet, meiner Mutter viel Energie und Schmerzen. Ich musste nur noch in zwei Radflaschen investieren und die Mechanik gut pflegen mittels Kohlenhydraten, Fett, Vitaminen und Mineralien. Und öfter schmieren [Emoji: Glas Bier]. Dein Mann müsste das auch schon alles haben, vermute ich, außer Fahrradflaschen vielleicht.

Kerstin M: Alles klar, viel Spaß mit deiner Klimaanlage, wenn dich das kühlt wunderbar

Jan Klijn

Ich hatte dieses Foto von meinen verdreckten Beine zur Tour angehängt. Im Winter scheinen kurze Hosen wohl für Aufmerksamkeit zu sorgen, was zur Konversation geführt hat. Foto: Jan Klijn

Mittwochstour von Maike und Thomas birgt Schätze in Schleswig-Holstein am 7.8.2019

Einige von euch mögen es anders sehen. Für mich war die heutige Tour ein besonderer Höhepunkt der mittwöchlichen Touren. Sie bot neben einem kulturhistorischen auch einen kulinarischen Glanzpunkt.

Kloster Uetersen. Foto: Joachim B.

Die 55 km lange Tour begann in Pinneberg, führte weiter über Appen nach Moorrege zum Naturbad Oberglinde und schließlich zum Kloster in Uetersen. Dies war bisher noch ein weißer Fleck auf meiner inneren Landkarte, um so neugieriger war ich auf dieses Ensemble, an dem unsere erste längere Pause stattfand. Die meisten aus der Gruppe interessierten sich eher für einen Plausch mit den Tandem-Kollegen und -Kolleginnen, anstatt sich hier umzuschauen oder beschreiben zu lassen, was genau sich ebenda befindet. Vielleicht war ich auch nur die Einzige, die diesen Ort noch nicht kannte.

Zuerst stromerte ich einfach durch die parkähnliche Anlage mit Gebäuden aus dem 17. Jahrhundert, welche zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen des Kreises Pinneberg gehören. Am „uterst end“ der Herrschaft der Ritter von Barmstede entstand um 1234 das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster, welches mit der Reformation in ein adeliges Damenstift umgewandelt wurde.

Zu sehen sind im Schatten alter Bäume das Südhaus mit den Arkaden des vermauerten Kreuzgangs, das Haus der Priorin von 1644, die Klosterkirche von 1749 und das Teehaus der Priorin in Gestalt eines kleinen klassizistisch anmutenden Tempels inmitten des etwas verwunschenen, jedoch an einem Bachlauf mit Holzbrücke hübsch angelegten Gartens der Priorin. Mittlerweile war Maike zu mir gekommen, um mich ein wenig durch die Anlage zu geleiten und auf die historischen Gebäude hinzuweisen und Inschriften vorzulesen. Hierdurch erfuhr ich mehr über diesen mir völlig unbekannten historischen Ort. Heute wird das Haus der Priorin als Gaststätte "Die Klosterküche" genutzt und ist für Besucher und Besucherinnen zugänglich. Der alte Konventsaal im ersten Stock steht für standesamtliche Trauungen zur Verfügung.

Das Foto zeigt den Laden. Im Vordergrund sehr present ein Schild mit dem Text "Bitte klingeln" mit einem Pfeil nach oben zur Klingel. Unten ist noch ein viel größeres Schild zu sehen mit dem Text "Bitte hüpen!".
Melkhus. Foto: Joachim B.

Da wir weder zu einem Festmahl noch zu einer Trauung geladen waren, zog unser Tross weiter zu einem Hofladen in Seester, dem „Apfelhus Früchtnicht“, in dem sich einige von uns mit diversen Viktualien für zu Hause, insbesondere mit Honig aus der hofeigenen Imkerei, eindeckten. Wir fuhren vorwärts nach Seestermühe zum „Melkhus“, wo wir schließlich unsere Mittagspause abhielten. Dieses Hofcafé liegt etwas abgelegen hinter einem Deich, sehr ruhig, mit Sitzgelegenheiten unter einer alten Eiche und weiteren schattenspendenden Bäumen in urigem Bauerngartenambiente. Liegestühle luden einige von uns zum kurzen Nickerchen bzw. Sonnenbad ein. Familie von Drathen war auf das Kommen unserer Radler-Gruppe gut vorbereitet. Käuflich zu erwerben waren neben Broten und Kuchen diverse Milchprodukte, Käse, Eis und Erfrischungsgetränke. In einem kurzen Plausch mit der Juniorchefin im Hofcafé erfuhr ich, dass die Familie über 100 Milchkühe und ihre Kälber sowie 200 Schafe mit ihren Lämmern auf dem zugehörigen landwirtschaftlichen Betrieb verfügt.

Der Hofladen. Der Fotograf guckt über seine Beine zu den Tandemfahrern, die es sich unter einem Baum gemütlich gemacht haben. Foto: Joachim B.

Mit gesättigtem Magen und nach kulinarischem Genuss starteten wir von hier aus unsere Rückreise über Neuendeich (Pinnaubrücke) nach Haselau und Heist. Weiter ging es durchs Tävsmoor am Segel- und Kleinmotorflugplatz Uetersen-Heist vorbei, den Schäferhof passierend nach Appen. Schließlich erreichten wir unser Vereinsgelände in Pinneberg.

Mir hatte es dieser Ausflug besonders angetan. Ich fühlte mich reich beschenkt mit allen Eindrücken, den Entdeckungen von historischen Schätzen des Landes Schleswig-Holstein und last but not least, den kulinarischen Genüssen auf dieser Tour. Hierfür bedanke ich mich ganz herzlich bei Maike und Thomas und weiß ebenso den Dank der Tandem-Gruppe hinter mir, welchen diese durch einen kräftigen Applaus an der Halle zum Ausdruck gebracht hatte.

Martina F.

Lösungen Rätsel

Artikel über die „Heiße Speiche“, Seite 27

„Wie sich die Bilder gleichen...“ / Tosca / Puccini / Nemorino

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Tandemrätsel 1

Zehn, inkl. Ulli/Hans.

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Tandemrätsel 2

0, sie kamen entgegen.

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Tandemrätsel 3

91 Mal, und zwar Radler #1 mit 13 anderen, Radler #2 mit 12 anderen (außer Radler #1, mit dem er schon angestoßen hat), Radler #3 mit 11 anderen, usw.

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