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Kopfbild des Speichenspiegels

Speichenspiegel 2014/2015

Redaktion: Detlev Kahl
Layout (Papierversion, Website und Worddokument): Jan Klijn
Druck und Versand (Papierversion): Ulrike Gös

Anmerkung: Aus Datenschutzgründen weden einige Daten, wie der Geburtstagskalender, an dieser Stelle nicht veröffentlicht. Da wo Text fehlt wird dies explizit erwähnt. Grundsätzlich werden Personen nur mit Vorname und mit der ersten Buchstabe des Nachnamens erwählt. Ausnahmen gelten für einige Personen, die eine öffentliche Aufgabe im Verein haben und der Name sowieso klar ist, sowie für Personen, die explizit angegeben haben keine Probleme mit einer Veröffentlichung des Namen im Internet zu haben. Bitte wendet Euch für eine komplette Version des Speichenspiegels an die Redaktion.

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

2014, das Jahr des dreißigjährigen Jubiläums, liegt hinter uns und wir blicken zuversichtlich für die Weiße Speiche auf das noch junge 2015. Im vergangenen Jahr gab es die ganz besonderen Wochenendtouren rund um Hamburg. Sie werden in mehreren Beiträgen noch einmal be- und erlebt.

Ansonsten berichten unsere Autoren über Gewohntes und Ungewohntes; die Beiträge sind wieder bewusst von unterschiedlicher Professionalität. Die Spanne reicht bis zu Tourenberichten von gelernten Journalisten; vom rätselhafte Fahrradzubehör anno 1912 zum Ausblick auf zukünftigen Ortswechsel, der irgendwann notwendig wird – oder auch nicht. Wir freuen uns, dass Barbara Hömberg diesen Speichenspiegel wieder mit ihren Karikaturen gekonnt auflockert. So hoffen wir, dass wir für jeden etwas dabei haben. Dazu habe ich eine Bitte und Hoffnung:
In Gesprächen während der Touren zeigte sich, dass (zu) viele das Jahresmagazin nicht lesen, aus welchen Gründen auch immer. Gerade für Sehbehinderte mag es mühselig sein, sich die Texte im Internet wiedergeben oder von Freunden vorlesen zu lassen, und nicht jeder Beitrag ist von gleich hohem Interesse. Aber insgesamt spiegeln sie hoffentlich die Vielfalt unseres Vereinslebens wider.

Dieser Appell kommt  natürlich bei den Falschen an, nämlich bei denen, die dies gerade lesen. Aber ihr könnt noch mehr für das Magazin tun, nämlich mit den Nicht-Lesern darüber sprechen und so vermitteln, dass es die Mühe lohnt. In diesem Sinne wünschen wir uns und euch angenehme Lektüre.

Euer Speichenspiegel-Team Detlev, Jan und Ulrike

Schleudersitz

Seit Jahren ärgerten uns die Container, da sie all unseren Bemühungen zum Trotz immer wieder absackten. Vor diesem Hintergrund entschlossen wir uns für eine dauerhafte Stabilisierung zu sorgen. Da wir insoweit mit nicht unerheblichen Kosten rechneten und unser Pachtvertrag Ende 2015 ausläuft, sollte zunächst einmal geklärt werden, ob das Vertragsverhältnis langfristig verlängert werden kann, wobei wir davon ausgingen, dass es diesbezüglich keine Probleme geben dürfte.

Doch das, was wir bei all unseren Überlegungen als den unwahrscheinlichsten Fall ansahen, trat ein. Die Stadt Pinneberg wollte keine langfristige Bindung mehr eingehen, da beabsichtigt ist, das Grundstück zu verkaufen. In einem Gespräch mit der Bürgermeisterin und Vertretern der Stadt Pinneberg bot man uns ein Ersatzgrundstück an. Dabei würde es uns überlassen bleiben, ob wir sogleich umziehen oder erst, wenn der Verkauf unmittelbar bevor steht.

Dies führte im Verein zu einer Diskussion, im Rahmen derer beide Alternativen nahezu gleichermaßen vertreten wurden. Allerdings scheint sich mittlerweile  die Auffassung durchzusetzen, solange wie möglich auf dem bisherigen Gelände zu verbleiben. Nach kurzer Zeit stellte sich obendrein heraus, dass das angebotene Ersatzgrundstück als „Grünfläche“ ausgewiesen ist, und so lange der Bebauungsplan nicht geändert ist, gar nicht für unsere Zwecke genutzt werden kann.

Nun sitzen wir sozusagen auf dem Schleudersitz. Wir müssen vernünftigerweise damit rechnen, dass das Grundstück (wann auch immer) zu räumen ist. Zum Glück brauchen wir nichts zu überstürzen. Vielleicht ist die Suche nach einem anderen Grundstück (gegebenenfalls auch in einer anderen Kommune) erfolgreich, möglicherweise bietet uns Pinneberg auch noch ein anderes Grundstück an.

Vor dem Hintergrund, dass der Wunsch, auf dem Gelände zu bleiben, immer deutlicher wird, fragt sich inzwischen so mancher: Wenn die Stadt das Gelände verkaufen will – warum kaufen wir es dann nicht? Diese Überlegung veranlasste uns, an die Stadt Pinneberg als Kaufinteressent heranzutreten. Sollte dieser Weg letztlich beschritten werden können, müssten wir wohl auch die Mitglieder um Unterstützung bitten.

Relativ unwahrscheinlich dürfte aber sein, dass die WEISSE SPEICHE heimatlos wird.

Gregor Scheithauer

Worte des Tourenwartes

Liebe Tandemgemeinde!

Und schon hat das Jahr 2015 begonnen und wir können uns auf unsere 31. Tandemsaison freuen. Nachstehend findet Ihr die Termine für die geplanten Touren der Saison. Natürlich benötige ich für die meisten der Touren noch Tourenleiter oder Tourenleiterinnen. Meldet Euch bitte bei mir, wer für die Leitung einer der an den Wochenenden stattfindenden Ausfahrten zur Verfügung stehen würde. Ich rechne also mit Euch!

Ihr werdet euch sicherlich über den Termin der Tour 6, Donnerstag, 09.07.2015, wundern. Aber Ende November 2014 erhielt ich wieder eine Anfrage der Firma Reemtsma, die ihren Sozial- oder Helpday in 2015 wieder mit unserem Tandemclub veranstalten möchte. Sie würden so circa 12-14 Pilotinnen bzw. Piloten stellen können.

Der Termin für diese Veranstaltung wurde dann auch bereits vorgegeben, so dass ich ihn aus organisatorischen Gründen nicht in die Literatouren, sondern in unseren eigentlichen Wochenend-Terminplan mit einbeziehen musste. Ich bitte daher um Euer Verständnis. Da die bisherigen Veranstaltungen mit den MitarbeiterInnen der Firma Reemtsma immer ein Highlight für unsere Tandemsaison waren, wollte ich auch in 2015 nicht darauf verzichten.

So wünsche ich uns allen eine unfallfreie und harmonische Tandemsaison 2015 und verbleibe mit sportlichem Gruß

Ulli Staniullo
Tourenwart

Worte von Klaus über die Literatouren

Liebe Tandemfreunde,

aus gegebenem Anlass müssen wir die Literatouren am Mittwoch kurzfristig abgeben. Dies fällt uns wirklich nicht leicht, denn die zurückliegenden 12 Jahre haben uns erfüllt und nicht wenig geprägt.

Nun also steht ein Wechsel an, und wir wollen uns gern an der Suche nach einer Nachfolge beteiligen. Denn die Mittwochstouren der Weißen Speiche sollten natürlich fortgesetzt werden. Auch bei der Vorbereitung der neuen Saison mit Start im April machen Hella und ich gern mit, damit wir gemeinsam einen reibungslosen Übergang mit allem Drum und Dran schaffen.

Wer sich vorstellen kann, die Mittwochstouren zu übernehmen, das heißt sie für den Club zu organisieren, melde sich bitte umgehend bei Ulli. Nötige Starthilfe wird es wie gesagt geben.

Klaus Kurznack

Wie wäre es mal mit einer Wanderung?

Liebe Tandemfreunde,

als diese Zeilen geschrieben wurden, ist es noch etwas Zeit bis zur neuen Saison, aber gute Vorsätze kann man ja auch vorher schon mal haben. Ich würde gerne regelmäßig wandern gehen. Die Tagesetappen sollten so zwischen 15 und 30 km lang sein. Denkbar wären auch Wochenendwanderungen mit einer Zwischenübernachtung in einer Pension. Gesucht wird also eine "bewegungssüchtige" Pilotin/Pilot, die oder der keine Lust auf "Alleingänge" hat. Wer sich hier angesprochen fühlt kann sich gerne bei mir melden.

Viele Grüße und einen guten Start wünscht Euch

Guido
Die Telefonnummer und die E-Mailadresse von Guido werden hier aus Datengründen nicht veröffentlicht. Bitte wende euch an den Tourenwart oder schreibe eine Mail an die Redaktion des speichenspiegels. Wir leiten die Mail dann an Guido weiter.

Erste Hilfekurs

Die Johanniter-Unfallhilfe bietet uns einen Erste-Hilfe-Auffrischungskurs an, auch für Blinde und Sehbehinderte. Voraussetzung ist, dass sich genug Teilnehmer finden.

Der Kurs wird am 15.3.2015 von 10 bis 17 Uhr im Gebäude des BSVH, Holsteinischer Kamp 26, stattfinden. Die Teilnehmergebühr von 30 € ist dort in bar zu entrichten. Einen Mittagsimbiss könnt ihr euch mitbringen oder im Kiosk an der U-Bahn-Station einnehmen.

Bitte meldet Euch bis spätestens zum 05.03.2015 verbindlich bei mir an.

Ulli Staniullo
Tel. 040-831 64 01
E-Mail  ulli.staniullo@tandemclub.de

Tourenplan

Der Tourenplan wird im Speichenspiegel veröffentlicht. Bei der Online Version verweise ich lieber direkt auf die Terminlisten der Webseite.

To top

Rund um Hamburg war viel los

Keine hundert Tandemfahrer haben mitgemacht. Etwas genauer: neunundneunzig. So viele haben mindestens eine von den sieben Teilstrecken der Tourenserie rund um Hamburg mitgemacht. Insgesamt wurden 272 Sättel „besessen“ an den sieben Tagen, was wiederum bedeutet, dass im Durchschnitt jeder Teilnehmer sein Gewicht auf 2,7 verschiedene Sättel gedrückt hat. Das sind knapp 20 Tandems per Tour und das ist eine ganze Menge. Und wer hat die meisten Abschnitte mitgefahren? Es stellte sich heraus, dass vier Personen alle sieben Touren mitgefahren sind, davon drei vom Vorstand unseres Vereins. Herzlichen Glückwunsch Rudolf G., Ulli S., Fritz W. und Gregor S. zur eurer vollendeten Umrundung unserer beliebten Hansestadt.

Bild: Skizze der sieben Abschnitte von der Tourenserie rund um Hamburg.

Worum ging es nochmal? Im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums unseres Clubs hatten Anja und ich vorgeschlagen, in sieben Abschnitten rund um Hamburg zu fahren, bei jeder normalen Wochenend-Tour einen Abschnitt. Start und Ziel der Gesamtstrecke war unsere Halle in Pinneberg.

Damit alles glatt laufen würde, mussten wir am Anfang des Jahres den Start- und Endpunkt jedes Abschnitts festlegen, damit die Tourenleiter wussten, von wo bis wo eine Tour organisiert werden musste. Damit haben wir den Tourenleitern einiges zugemutet. Es ist gar nicht so einfach eine Tour zu planen in einer Umgebung, die man nicht kennt, und mit vorher festgelegtem Start und Ziel. Da fehlt die Flexibilität. Wie so etwas laufen kann, beschreibe ich auf Seite 10. Außer Anja und mir fanden sich aber noch sechs super Tourenleiter, die sich auch alle eine tolle Tour ausgesucht hatten. Dankeschön, dass ihr mitgemacht habt.

Inzwischen gab es auch die versprochene Tombola und sieben Preise haben ihren Weg zu den Gewinnern gefunden. Jeder hatte in der Tombola ein Los für jede mitgefahrene Tour

Hörbücher wurden gewonnen durch

  • Siebter Preis: Maike H.-D.
  • Sechster Preis: Guido M.
  • Fünfter Preis: Dieter K.
  • Vierter Preis: Gregor S.

Gutscheine für Kaufhof Galeria

  • Dritter Preis: Regine W.
  • Zweiter Preis: Fritz W.
  • Hauptgewinn: Bernd W.

Eine Urkunde gab es auch für alle, die mindestens eine der sieben Touren mitgefahren war.

Jan Klijn
PS: Für die Teilnehmer, die nicht auf dem Stiftungsfest waren: Eure Urkunden liegen bei Ulli.

Bild: Foto der Gewinner.
Die Rund-um-Hamburg Preisgewinner beim Stiftungsfest: Bernd (links), Fritz, Dieter, Gregor, Rudolf, Maike und Ulli. Guido und Regine waren nicht anwesend.

Tourenvorbereitung – Von Horneburg nach Buchholz, radeln auf Niedersächsisch

[Hier könnt ihr den angekündigten Bericht einer Tourenvorbereitung lesen. Jan hat es wirklich übel getroffen, aber wir erfahren, was an Vorbereitungen hinter einer dann glatt ablaufenden Tour stecken kann. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Probefahrt meist nicht ausreicht. Und ich spreche in meinem Fall von kurzen Literatouren in teils bekanntem Gelände. Hut ab vor unseren Tourenführern und ein großes Dankeschön an sie alle.]

Die Idee für diesen Tourenbericht hatte ich an einem Tag, an dem bei mir alles schief lief. Ulli hatte Anja und mich gebeten, die allgemeine Tour von Horneburg nach Buchholz zu leiten. Warum genau diese Tour? Wir kennen uns in der Gegend dort doch gar nicht aus. Können wir die Tour nicht woanders radeln? Leider nicht, weil sich irgendein Depp ausgedacht hatte, im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums des Vereins in sieben Etappen rund um Hamburg fahren zu müssen. Blöd, dass ich dieser Depp bin. Solch einen Fehler mache ich nie wieder, weil ich nun dazu verdammt bin, für den 17. Mai eine Tour von Horneburg nach Buchholz auszudenken und zu erproben.

Der Terminkalender ist schon arg voll, daher entscheide ich mich, die Tour unbedingt heute, am 4. April, abzufahren. Da ich später am Tag verabredet bin, will ich schnell los, genau um 9:00:00 Uhr will ich in der S3 nach Stade sitzen. Ich habe mir vor Wochen schon eine Liste gemacht mit den Ortschaften, durch die die Route führen soll, aber wo ist diese blöde Liste geblieben? Also schaue ich mir erneut die vier benötigten topografischen Karten an, um das Ganze zu rekonstruieren, was mit Mühe klappt. Dann hinunter in den Keller, um einen Schlauch zu flicken. Ich komme erst um 9:30 Uhr los. Leider stellt sich auf halber Strecke zum Hauptbahnhof heraus, dass ich ziemlich strampeln muss. Wie schön, meine Vorderbremse lässt nicht locker und produziert kontinuierlich Reibungswärme. Nachdem ich das Fahrrad beim Fahrradhändler abgegeben habe und die 2 km nach Hause zurückgelaufen bin, wage ich einen zweiten Versuch mit meinem alten, schweren Mountainbike.

Einen Kilometer vor dem Hauptbahnhof fängt es an zu regnen. Warum habe ich eigentlich keine Regenjacke dabei? Und sowieso habe ich eigentlich viel zu wenige Lagen Funktionstextilen an für die 6°C Außentemperatur. Zurück nach Hause also. Beim dritten Versuch sitze ich dann mit Mütze, Pulli und Regenjacke in der S3 nach Harburg Rathaus. Der Zug fährt nur bis da, also steige ich aus. Die nächste S-Bahn nach Stade kommt bestimmt bald. Richtig. Eine nach Buxtehude, eine nach Neugraben, eine die in Harburg endet. Nach Stade erst wieder in 45 Minuten. Mein Mittagessen kriege ich also in Harburg. Gestärkt stehe ich dann genervt im regnerischen Horneburg. Ich bin etwas später dran als geplant; es ist schon halb eins, als ich von dort aus Anja anrufe. „Oh, bist du schon fertig mit der Tour?“ fragt sie fröhlich. Meine Zähne knirschen.

Ich befestige das Navigationsgerät auf den Fahrradlenker. Nanu, der Adapter fürs Fahrrad fehlt. Dann kann ich das Ding leider nicht verwenden und muss nur nach Karte die Route ausknobeln. Ich fange an die Tour abzufahren, die ich so ausgedacht hatte. Toll, so’ne schmale, ruhige asphaltierte Straße. Nach 2km folgen 500 Meter schlimmstes Kopfsteinpflaster. Ich weiß jetzt, dass mein Mountainbike aus 2756 Teile besteht; ich habe sie am Ende der Straße alle wieder einzeln an den Rahmen geschraubt. Zum Glück hört das Kopfsteinpflaster auf. Und ich bleibe als geübter, kräftiger Radfahrer auf einem Mountainbike gnadenlos im Sand stecken. Kein Durchkommen. Ist doch merkwürdig, dass sogar die Wegweiser für Radfahrer diese Strecke nach Issendorf zeigen. Nach einigen hunderten Metern schieben kann ich mich im niedrigsten Gang durch den Sandkasten quälen. Issendorf kommt endlich in Sicht und ich fliege weiter, während mein Rad in einem Quergraben stecken bleibt. Hier laufen über die ganze Straßenbreite mehrere hübsche, dreieckige Gräben von 20 cm Breite und 20 cm Tiefe.

Nach Issendorf kommt der Regen in Form. Die Karte konnte ich bisher einigermaßen schützen, indem ich sie unter meine Radlerhose geklemmt hatte, an der Seite wo nicht so viel Regen hinkommt. Nun muss eine andere Lösung her. Da meine Regenjacke keine Taschen hat, entscheide ich mich für die Tasche meiner normalen Jacke, die ich darunter anhabe. Blöd nur, dass ich regelmäßig auf die Karte schauen muss. Dafür muss ich jedes Mal die Gurte des Rucksacks lösen, die Regenjacke aufmachen, Handschuh ausziehen, Jackentasche aufmachen, Karte nehmen und auseinanderfalten. Schnell schauen, und dann in umgekehrte Reihenfolge alles wieder schließen. Das kostet Zeit.

Bild: Foto von mir in Heidena.
Der Autor dreckig und kalt in Heidenau.

Die Route bleibt abenteuerlich. Mal kann ich schnell weiter radeln, mal muss ich mir eine neue Strecke überlegen, weil die Straße nicht viel mehr ist als eine Spur, die nur mit einem Trecker, wenn überhaupt, befahren werden kann. Nicht mal zu Fuß würde ich dort durch wollen. Lästig, dass die Karten nicht zeigen, wie befahrbar die Straßen ist. Die Karte zeigt ganz dünne graue Striche, die traumhaft kleine, asphaltierte Sträßchen sind, und fette, dickgedruckte Straßen, die sich als schlecht befahrbar herausstellen und ich als erfahrener und trainierter Radfahrer gerade so schaffe.

In Heidenau spreche ich eine Frau an, die im Regen einen Spaziergang macht. Ob sie mit meinem Mobiltelefon von mir ein Foto machen kann. Ich sehe nämlich inzwischen ziemlich wild aus. Meine nassen Schuhe sind unter mehreren Lagen Erde begraben. Die Beine nahezu grau vom Dreck. Dreck überall einschließlich auf der Mütze. Aus meiner Nase läuft andauernd Flüssigkeit und ich nehme mir nicht mehr die Mühe sie wegzuwischen. Es ist eh sinnlos.

Die fotografierende Dame zeigt mir eine Straße zum Nachbarort. Gut befahrbar und wunderschön und Teil des Radwanderwegs Bremen-Hamburg. Perfekt. Ich muss lediglich zuerst geradeaus und am Ende rechts. Die Strecke ist tatsächlich gut. Ich gewinne Geschwindigkeit. Am Ende nach rechts. Von dort fahre ich 2km über schlimmes Kopfsteinpflaster und komme dann in Heidenau an. Heidenau? Da war ich doch gerade erst gewesen? Die Karte bestätigt meine Befürchtung. Ich stehe zirka 400 Meter von dem Ort entfernt, wo die Dame mir den Weg gezeigt hat.

Bild: Foto der Beine des Autors. Sie sind grau verdreckt, und zwar komplett.
Die Sandschichten auf den Beinen.

Als ich dann tatsächlich den Nachbarort Dohren erreicht habe, schaue ich auf meine Uhr und überlege. Es ist schon spät und ich bin müde. 60 km mit Kopfsteinpflaster, Feldwege, das ständige Anhalten und der Regen haben mich in einen müden, kalten und dreckigen Höhlenbewohner verwandelt. Fred Feuerstein lässt grüßen. Ich entscheide mich gegen die Weiterfahrt nach Buchholz und fahre stattdessen den nächsten Bahnhof in Tostedt an.

Ich glaube, dass Anja und ich ein anderes Mal die Tour noch mal abfahren müssen. Die Eine oder andere Änderung der Strecke wäre vielleicht sinnvoll. Jetzt zuerst nach Hause. Aber warum guckt die Schaffnerin mich so forschend an? Die Sandlagen haben sich doch schön fest an meinen Beinhaaren festgesetzt. Sie sind schon halb trocken und werden den Zug echt nicht verdrecken. Hat sie Angst, einen Irren im Zug zu haben, und überlegt sie, vorsorglich die Polizei anzurufen?

Ich hoffe, dass ihr die Tour von Horneburg nach Buchholz genossen habt. Sie zu organisieren, war ein echtes Abenteuer.

Jan Klijn
Nachtrag: Beim zweiten Mal abfahren habe ich mit Anja dann eine viel bessere Strecke gefunden.

Umradelt: Rund um Hamburg ging es im Jubiläumsjahr

Diese Artikel über die siebte Tandemtour in der Umrundung von Hamburg unterliegt dem Copyright der Deutschen Presseagentur und könen wir nicht auf der Webseite veröffentlichen. Tandemclubmitglieder bekommen die Artikel durch eine Mail zu schicken an die Redaktion des Speichenspiegels.

Test, Test – „Die Leuchte des Nordens“ auf der Sommertour

Im Juli fand die traditionelle Jahrestour rund um Schleswig statt. Uwe Holtorf hatte die Idee, nach den von den Tagestouren erschöpften Muskeln die Gehirnwindungen zu aktivieren mit einem Quiz nach dem Muster der „Leuchte des Nordens“ bei NDR 3. Er bat mich um ein paar Anregungen für die Fragen. Damit auch diejenigen, die nicht an der Tour teilgenommen haben, ihr Speichen- und Lokalwissen testen können, seien die Fragen hier noch einmal veröffentlicht. Falls ihr nicht alles richtig habt, macht nichts, auch auf der Tour konnte es keiner komplett. Die Lösungen findet ihr unten auf dieser Seite.

  1. Was gibt es am (muskelbetriebenen) Fahrrad?
    a) Sternritzel,
    b) Planetengetriebe,
    c)  Mondscheibe

  2. Wie heißt die aus dem Speichenspiegel bekannte Ameise mit Beobachterstatus?
    a) Fornica,
    b) Formica,
    c) Pornica

  3. Seit wann gibt es im Speichenspiegel einen Teil mit farbigen Fotos?
    a) 2007,
    b) 2009,
    c) 2011

  4. Die wievielte Ausgabe des Speichenspiegels habt ihr vor euch? (Nicht zurückblättern!)
    a) Ausgabe 13,
    b) Ausgabe 18,
    c) Ausgabe 24

  5. Wie hieß ein Erster Vorsitzender der Weißen Speiche mit Vornamen?
    a) Jasper,
    b) Kasper,
    c) Kaspar

  6. Welcher Männervorname taucht in der Mitgliederliste (Stand 2011) am häufigsten auf?
    a) Dieter,
    b) Jürgen,
    c) Hans

  7. Ins wievielte Jahr geht der Verein „Die weiße Speiche“?
    a) ins 29.,
    b) ins 30.,
    c) ins 31.

  8. Wie viele Sechskant-Öffnungen hat der klassische „Fahrrad-Knochen“?
    a) acht,
    b) neun,
    c) zehn

  9. Wie heißt der Schimmelreiter bei Theodor Storm?
    a) Heiko Hauen,
    b) Hauke Haien,
    c) Hark Bohm

  10. Welchen Fluss gibt es nicht in Schleswig-Holstein?
    a) Treene,
    b) Sorge,
    c) Kummer

  11. Die höchste (natürliche) Erhebung in Schleswig-Holstein liegt wie viel Meter über NN (Normalnull)?
    a) 138 m,
    b) 168 m,
    c) 198 m

  12. Wofür ist Gottorf bekannt?
    a) Mohrrüben,
    b) Moorkartoffeln,
    c) Moorleichen

  13. Wo wird in Schleswig-Holstein kommerzieller Weinanbau betrieben?
    a) Sylt und Föhr,
    b) Glückstadt und Glücksburg,
    c) Heide und Husum

  14. Welchen Ort gibt es in Schleswig-Holstein nicht?
    a) Sibirien,
    b) Kalifornien,
    c) Georgien

  15. Wie geht der norddeutsche Seemannsspruch weiter: „Sturmgebrus un Nordenwind…
    a) … makt geel den Köm und fett den Stint.
    b) … int warme Stuv wi seeker sind.
    c) … makt en kruden Sack unnen lütten Pint.

  16. Woher kommt die Bezeichnung „Hünengrab“?
    a) Sprachgeschichtliche Verwechslung mit Hügelgrab
    b) Die dort Bestatteten galten als groß.
    c) wie eine Düne da, aber Hüne hier

  17. Wo finden sich „Eiderdaunen“?
    a) im Flussbett,
    b) im Nagelbett,
    c) im Deckbett

  18. Was gehört nicht notwendigerweise zum ursprünglichen Schiffslabskaus?
    a) Pökelfleisch,
    b) Rote Beete,
    c) Hering

  19. Welcher norddeutsche Autor hat sich von Noldes Leben zu einem Roman inspirieren lassen?
    a) Wilfried Herbst,
    b) Dr. Sommer,
    c) Siegfried Lenz

  20. Unter welchem Namen ist der Hochaltar im Schleswiger Dom bekannt?
    a) Gottorfer Altar,
    b) Bordesholmer Altar,
    c) Maasholmer Altar

  21. Wer ist kein historischer Seeräuber?
    a) Godeke Michel,
    b) Klaus Störtebeker,
    c) Puan Klent

  22. In welcher Stadt in Schleswig-Holstein fanden noch nie olympische/olümpische Wettbewerbe statt?
    a) Brunsbüttel,
    b) Lübeck,
    c) Kiel

Die Lösungen findet ihr unten auf dieser Seite.

Uwe H., Detlev K.

Bild: Cartoon von Barbara H. Es zeigt einen Fahrradfahrer. Er hat eine leuchtende Lampe auf dem Helm und eine Karte von Schleswig-Holstein in der Hand.

Volles Vertrauen in den Vordermann: Blinde Radfahrer rollen durch Schleswig

[Auf der Sommertour rund um Schleswig wurde der Norden nicht nur im Quiz beleuchtet, sondern natürlich auch erradelt. Zum Teil mit hoher Geschwindigkeit, wie der Zeitungsartikel aus der Lokalpresse belegt. Und wir bleiben beim Quiz: Welche beiden Fehler haben sich in den Artikel eingeschlichen. Wer sie findet, darf sie behalten. Ulli ist nicht teilnahmeberechtigt.]

Das Copyright der Artikel liegt bei den Schleswiger Nachtrichen. Wir verweisen deshalb auf die Webseite der Schleswiger Nachrichten.

Speichenwerbung am Telefon

Als Webmaster unserer Vereins-Website bekomme ich ab und zu Anrufe von Leuten, die etwas vom Tandemclub möchten. Solche Gespräche können auch amüsant sein, wie folgendes Beispiel zeigt. Die Eigentümlichkeiten in Grammatik und Satzbau sind bei der Anruferin echt, bei mir durchaus gewollt:

(Das Telefon klingelt. Ich gehe ran.)

Ich: „Jan Klijn.“

Eine Frauenstimme mit osteuropäischem Akzent: „Guten Abend, Herr Klijn, meine Name ist Melanie Blabla von der (unverständlich ausgesprochener Name) GmbH. Wir sind darin spezialisiert, Firmen zu positionieren bei Google und Yahoo. Sie betreiben doch eine Webseite, nicht wahr?“

Ich: „Das tue ich.“

Frau: „Wir möchten Sie kostenlos beraten, wie man kann diese Seite besser bei Google und weiteren Suchmaschinen positionieren. Damit erhöhen Sie Anzahl der Treffer und wird Umsatz Ihrer Firma erhöht.“

Ich: „Nein danke.“

Frau: „Warum nicht? Unsere erste Internetberatung ist gratis.“

Ich: „Sind wir Marktführer in den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern im Bereich Dual-Cycling Services. Im Großbereich Hamburger sind wir sogar Monopolist.“

Frau: „Es wäre doch schön wenn Kunde Ihre Produkte besser finden würde? Bieten Sie Ihre Produkte auch im Versand an? Damit können Sie weiter steigern Ihren Umsatz.“

Ich: „Wir haben durchaus Kundschaft außerhalb Nord-Deutschlands. Sogar aus dem Ausland gibt es regelmäßig Kunden. Rumänien zum Beispiel. Zudem organisieren wir ein jährliches Boot Camp irgendwo in Deutschland. Unsere Produkte sind allerdings schwierig zu verpacken und zu liefern. Eine Erweiterung unserer Aktivitäten über einen Versand würde unseres Geschäftsmodells in Nord-Deutschand zu viel schaden. Und unsere Produkte sind vom Kunden alleine nicht sinnvoll zu bedienen. Man müsste dann mit uns einen Service-Vertrag abschließen für einen Consultant. Auch dies würde unserem aktuellen Kundenbestand schaden.“

Frau: „Eine bessere Positionierung bei diversen Suchmaschinen wäre doch für Ihre Firma durchaus sinnvoll.“

Ich: „Wenn man uns sucht, wir stehen bei Google auf Platz eins. Besser geht nicht.“

Frau: „Sie haben also kein Interesse.“

Ich: „Das ist richtig.“

Frau: „Dann wünsche ich Ihnen einen schönen Abend.“

Ich: „Ich Ihnen auch.“

Ein Telefongespräch dieser Art habe ich tatsächlich geführt, allerdings sind meine Antworten halb erfunden, da ich nicht schnell genug eine witzige Antwort bereit hatte.

Jan Klijn

Fahrradzubehör anno 1912 – das gibt’s nicht mehr

Liebe Tandemfreunde,

kürzlich fand ich in unserer Bücherei ein sehr interessantes Buch. Es war ein Nachdruck von einem Originalkatalog von 1912. Der Fabrikant, August Stubenbrok, hat 1890 ein Fahrradgeschäft in Einbeck eröffnet. Das Geschäft mit den Fahrrädern lief so gut, dass er ab 1911 den ersten Versandhauskatalog in Deutschland verschickt hat. Ein Jahr später hatte er schon einen Jahresumsatz von 6,5 Millionen Reichsmark. Sein Erfolg war, dass er nur Barzahlung akzeptierte. Später kam dann das erste Mal in Deutschland die Teilzahlung auf. 1930 starb August Stukenbrok und 1931 wurde die Fabrik geschlossen und aufgelöst.

Bild: Oberseite des besagten August Stukenbrok Katalogs, auf dem die Peitschen abgebildet sind.

Sein Katalog wurde 1912 auch nach Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Posen, Schlesien und in das Königreich Sachsen geliefert. Wozu die Radfahrerpeitschen damals dienten, ist mir unklar. Aber vielleicht wäre das eine Anschaffung von bleibendem Wert für alle Tourenleiter.

Eure Pilotin Kirsten W.

  • Bilder: Auszüge aus dem Katalog. Sie zeigen gezeichneten Bilder der Peitschen sowie eine Preisliste.

Quelle: Illustrierter Hauptkatalog 1912 August Stukenbrok Einbeck, 1972 Hildesheim-New York : Olms Presse 1972

[Erweitern wir unser Quizangebot:
Die Radfahrerpeitschen dienten

  1. zum Antreiben des Piloten bei Tandems,
  2. statt Klingel beim Überholen oder
  3. zum Vertreiben angriffslustiger Tiere wie Hunde, Katzen, Krähen.]

Die richtige Lösung vermittelt ein anderes Angebot aus dem Katalog unten auf dieser Seite.
Danke, Kirsten, für diesen amüsanten Fund!]

Kleine Pilotenanmerkung 2014

Auch dieses Jahr habe ich kaum was zu sagen
und darum Anderen ein paar Zeilen zu überlassen,
zu berichten über die ewigen Fragen,
da muss ich mit meinen Reimen passen.

Die folgende Sprüche, sehr intelligent,
ernsthaft gereimt oder auch nicht,
bei jeder Tour ein besonderes Event.
Auf der Zunge zergehen lassen, ist wie ein Gedicht.

Kleine Auslese:

Wann geht es endlich los?
Warum halten wir an?
Warum geht es nicht weiter?
Wann machen wir Pause?
Warum halten wir schon wieder an?
Was ist denn jetzt schon wieder?
Wo sind denn die Anderen?
Wann machen wir Mittag?
Achtung Auto!
Ja was, von vorn, hinten, links, rechts unten oder oben, hmm??
Wieviel km haben wir schon?
Wieviel km haben wir noch?
Um wieviel Uhr sind wir da?
Endlich, es geht weiiiiter!

[Einen großen Applaus für die tollen Tourenleiter/innen, welche dies immer mit bewundernswerter Geduld und Humor ertragen.]

Liebe Tandemfreunde,

gestattet mir einen persönlichen Satz.
Fast ein Jahrzehnt  fuhr ich mit der Weißen Speiche,
nun mache ich für jüngere Leute Platz.
Meine Ehrenämter stellten für 2015 eine andere Weiche.

Es hat mit euch immer viel Spaß gemacht,
die vielen schönen Stunden sind nicht zu zählen,
ihr habt mir persönlich auch menschlich viel gebracht,
mit Wehmut sei zu sagen: ihr werdet mir ein bisschen fehlen.

Aber wie immer gibt`s Ebbe und Flut,
was bleibt ist das Watt,
in diesem Sinne sage ich tschüs,

euer
Henning Blatt

[Lieber Henning, neben den Texten von Neuzugängern haben wir nun einen (den ersten?) von jemandem, der uns verlässt. Deine Bütten-Reime werden uns fehlen – du selbst natürlich auch – und wir wünschen dir alles Gute für die genannten ehrenamtlichen Tätigkeiten.]

Bild: Cartoon von Barbara H. Es zeigt zwei Personen auf einem Tandem. Es regnet. Über dem Tandem ist ein riesigen Regenschirm gespannt. Statt einen Stock hat der Regenschirm zwei Stöcke. Die Person vorne auf dem Tandem und die Person hinten auf dem Tandem halten beide einen der Beide Stöcke. auf dem Regenschirm steht "Tandemclub Weisse Speiche".
Cartoon: Barbara H.

Ein perfekter Saisonstart 2014

Spannung im Vorfeld des Saisonstarts 2014: Wir schreiben Donnerstag, den 03.4.2014, 23:00 Uhr. Oh! Ein Anruf auf dem Anrufbeantworter: „Hallo Rudolf! Hier ist Manfred von der Weißen Speiche. Ich bin übermorgen beim Anradeln dabei. Wenn du auch dabei bist und du mitgenommen werden willst, dann ruf mich doch zurück.“ 

Freitag 04.04.2014,19:30 Uhr: Anruf bei Manfred, kein Kontakt. 22:09 Uhr: erneuter Versuch, wieder kein Kontakt.

Jetzt wird’s eng: Mittlerweile schreiben wir Samstag, den 05.04.2014, kurz nach 07:00 Uhr. Endlich Kontakt: Ja, es klappt, er holt mich ab.

08:24 Uhr: Ich stehe draußen im Regen und denke: „Na, das kann ja heiter werden.“ Wenig später kommt Manfred. "Super, geschafft!“ So, nun ging es mit dem Auto nach Pinneberg.

Ulli begrüßte, wie üblich, die Tandemfreunde. Wir standen in der Halle, denn es regnete noch. Gregor eröffnete mit ein paar Worten die Saison. Ulli teilte die Gespanne ein. Ich bin mit Uwe Holtorf gefahren und war der Mittelfunker. Hartmut leitete zusammen mit seiner Frau Simone die Tour. Ohne nennenswerte Zwischenfälle trafen wir gegen 13:00 Uhr bei der Feuerwache der freiwilligen Feuerwehr Glückstadt ein. Dort erwartete uns eine schmackhafte Erbsensuppe, die von Fredo gespendet wurde. Vielen Dank an den Spender!!

Thomas nahm uns, also Manfred und mich, nach dem Essen mit nach Pinneberg.

Ach ja! Dann gab es ja wieder, wie üblich, den „Rundum-Service“ von Manfred. Er brachte mich am Nachmittag wieder nach Hause.

Rudolf G.

Mit dem Tandem durch Lurup

[Den nächsten Bericht möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten, auch wenn er trotz des Titels nicht viel Erhellendes über das Tandemfahren enthält. Dafür vermitteln uns die Schüler-Journalisten Einblicke in das Privatleben unseres Tourenwartes (damit ist der Herr mit dem Silberpapiernamen gemeint) und seiner Ehefrau. Da die Schüler bei der Schrift (Comic fett 16 Punkt) Rücksicht auf die Sehbehinderung der Beschriebenen genommen haben, wollen wir den Bericht originalgetreu abbilden.]

[Notiz Webmaster: die Schrift Comic Sans MS fehlt hier in der online Version des Speichenspiegels.]

Herr Stanioli ist 69 Jahre alt und er wohnt mit seiner Frau in Lurup im Brander Weg 12. Sie heißen Ulli und Margret. Die beiden waren am 5. Mai bei uns in der Schule.

Herr Stanioli kann noch ein paar Farben erkennen. Ein Auge ist ganz zu und das andere hat gewackelt. Er ist fast blind. Seine Frau kann noch ein bisschen besser sehen.

Alle 2 Wochen fährt Herr Stanioli mit seiner Frau Tandem. Sie machen schöne Fahrradtouren mit einer Gruppe.

Die Gruppe heißt „Tandemclub Weiße Speiche“. Vorn sitzen Leute, die sehen können und auf dem hinteren Sattel sitzen die, die sehbehindert sind oder blind.

Da Frau und Herr Stanioli ja beide nicht so gut sehen können, müssen sie hinten auf dem Tandem sitzen.

Herr Stanioli fühlt die Schrift. Er schreibt mit Punkten. Das hat er in der Blindenschule in Hamburg gelernt. Er liest gern Bücher und auch Zeitung in Blindenschrift.

Herr Stanioli wird morgens von den Schulkindern geweckt. Die gehen jeden Morgen um 7.30 Uhr an seinem Haus vorbei in die Schule Franzosenkoppel.
Herr und Frau Stanioli haben eine sprechende Uhr. Das ist ein Armbanduhr mit einem Knopf. Wenn Herr Stanioli darauf drückt, sagt eine Stimme: „Es ist viertel vor 9 Uhr!“

Frau Stanioli hat auch eine sprechende Waage zum Kuchen backen.
Und dann haben sie noch ein sprechendes Thermometer.

Frau Stanioli kocht für die beiden. Am Herd haben sie Drehknöpfe mit Blindenschrift. Am liebsten isst Herr Stanioli eine große Pfanne mit Bratkartoffeln und viel Speck.

Früher hat sich Herr Stanioli einen Blindenhund gewünscht. Aber Frau Stanioli hat gesagt: „Ein Hund macht Arbeit und Dreck!“. Herr Stanioli hat gesagt: „Zum Glück habe ich ja noch meine Frau als Blindenhund!“

Frau und Herr Stanioli finden, dass Lurup ein schöner Stadtteil ist. Sie gehen gern spazieren.
Herr Stanioli wünscht sich aber mehr Ampeln mit Signaltönen für unseren Stadtteil.

Peer Tt
und Maya M.
5. Mai 2014

Radeln mit Riesling

Im letzten Jahrbuch des Speichenspiegels  (2013/14) hat Jan Klijn eine „Alternative für das eBike“ vorgestellt, nämlich das hBike [sprich äitsch-beik] oder „human power Bike“ [jumen pauer beik]. Das sei ausdauernd, pflegeleicht und sehr sparsam. Es liefe u. a. auf Biosprit.

Herr K. blieb uns allerdings Erklärung und Beleg schuldig. Des Rätsels Lösung habe ich bei einem bekannten Hamburger Weinhändler gefunden. Das Weinetikett zeigt ein Tandem und der Wein heißt auch so „Riesling Tandem Réserve“. Wenn die äitsch pauer schwächelt, fährt man also auf elfprozentiger Rieslingreserve von der Mosel.

Und an der Mosel ist es steil, es sei denn, man fährt auf dem Radwanderweg direkt am Fluss entlang. Das hat auch den Vorteil, dass dort das Tankstellennetz unglaublich dicht ist. Es empfiehlt sich, auf die Unterschiede beim Preis und auf den Alkoholgehalt zu achten. Eine Überdosierung verwirrt das Steuersystem. Dass dieser Treibstoff sehr beliebt ist, zeigt die Tatsache, dass die gezeigte Abfüllung leider ausverkauft ist.

Detlev Kahl

Bild: Etikett von der Weinflasche. Der Wein heißt "Riesling Tandem Réserve". Auf dem Etikett ist tatsächlich ein Tandem abgebildet.
Weinetikett.

Erste Winterwanderung 2013

Die erste der Winterwanderungen 2013/14 fand am 16.11.2013 statt. Kirsten hatte sie wieder mit großer Sorgfalt vorbereitet und führte sie auch.

Ratzeburg lag vor uns für die Wanderung um den Großen Küchensee mit 26 Teilnehmern an einem schönen Herbsttag.

Treffpunkt Wandsbek Markt, Fahrt mit dem Bus 8700, gelenkt von einem großzügigen Fahrer, der unser Einsteigen mit und ohne Fahrschein gelassen hinnahm.

Nach einer guten Stunde standen wir vor unserem Mittagsrestaurant am Rande des Sees. Kirsten begrüßte uns und gab Erklärungen zum Ablauf des Tages.

Zwei Stunden wanderten wir locker um den See, ca. 7 km. Zu allem, was erwähnenswert war, gab Kirsten Erklärungen ab. Sie hatte sich sehr gut vorbereitet und regte mit diesem Tag Körper, Geist und Seele an.

Nach der Mittagspause gingen wir zum Dom, in dem gerade das Hubertusfest vorbereitet wurde. Mit mehr als 50 Bläserinnen und Bläsern in diesen gewaltigen Mauern war das sehr beeindruckend.

Dann wanderten wir gelassen durch die Stadt, vorbei an markanten Punkten zum Busparkplatz. Der letzte Blick vor der Rückfahrt ging bei Dunkelheit und durchbrechendem Mond auf den beleuchteten Dom. Das war sehr stimmungsvoll und rundete den Tag beeindruckend ab.

Kirsten, das war ein gelungener Tag. Danke!

Volker

Woher der Hass? Tandems

[Warum wir – gern – Tandem fahren, wissen wir und beschreiben es auch immer wieder in unseren Berichten. Dass es auch einen anderen Blick auf unsere soziale Sportart gibt, zeigt der Beitrag von Nadja Schlüter in der Süddeutschen Zeitung vom 14.7.2014 in der Kolumne „Woher der Hass?“ Der Fund stammt von Jan.]

Die Artikel unterliegt dem Copyright der Süddeutschen Zeitung. Hier findet ihr den Text auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung.

Die Weisse speiche Trauert

Zur Ehre unserer verstorbenen Mitglieder und Piloten veröffentlichen wir keine Nachrufe im Internet. Wenn ihr die Texte bekommen möhtet, schreibe dann bitte eine Mail an die Redaktion des Speichenspiegels.

Die Geburtstage

Aus Datenschutzgründen wird die Geburtstagsliste nicht online veröffentlicht. Wenn du die Liste bekommen möchtest, musst du dich an die Redaktion des speichenspiegels wenden.

Auflösung Quizfragen "Leuchte des Nordens"

Hier ist die Auflösung für die Quizfragen „Leuchte des Nordens“.

 

  1. c (in der Nabenschaltung);
  2. b (ist die lateinische Bezeichnung – die beiden anderen sind Schweinkram);
  3. a (Wie die Zeit vergeht!);
  4. c (dito);
  5. a (Jasper V. vom Ohnsorg-Theater);
  6. b (viermal, die beiden anderen dreimal);
  7. c;
  8. b (10 Öffnungen, aber an einem Kopfende ist es nur eine Vierkant-Öffnung);
  9. b;
  10. c;
  11. b (Bungsberg, NO von Eutin);
  12. c;
  13. a (insgesamt 3 ha, Lizenz aus der Pfalz);
  14. c;
  15. c (a und b sind frisch erfunden);
  16. b (Hüne gleich Riese im Mittelhochdeutschen);
  17. c (aus den Bauchfedern der Eidergans) ;
  18. c (späterer Zusatz, um es schmackhafter zu machen);
  19. c („Deutschstunde“);
  20. c (1842 : ... schütze Gott die holden Blüten, die ein milder Süd belebt.“,  a ist aus dem Volkslied „Wo de Nordseewellen trekken, b aus dem Schlager von Klaus und Klaus ... sind die Fischer im Wasser und meistens an Land.“);
  21. c (wird im gleichnamigen Landschulheim zwar als solcher geführt, ist aber eine Ortsbezeichnung);
  22. b (denn Kiel hatte die Segelwettkämpfe 1972, Brunsbüttel hat jedes Jahr die „Wattolümpiade“).

Mit plus minus 20 Punkten seid ihr eine echte Leuchte des norddeutschen Radsports.

Hinweis zur Lösung der Quizfrage über die Peitschen

Hier folgt ein Hinweis zur Lösung der Quizfrage über die Peitschen.

Das Bild zeigt eine Seite aus dem Katalog aus 1912. Darauf werden verschiedene Hundebomben angeboten. Die Abbildung auf der Seite rechts zeigt einen Fahrradfahrer, der eine Bombe fallen lässt und die Hunde verschreckt wegrennen.
Aus dem Katalog August Stukenbrok, Einbeck 1912.

Einige Hunde finden nun einmal Radlerbeine „zum Reinbeißen“. Als besonders leckerer Bissen für Doggie-Feinschmecker gelten muskulöse nackte Waden schön mamoriert mit Krampfadern. Da bietet dann auch das großflächige „Radler-Tattoo“ nicht wirklich Schutz, eher schon der pfiffige Snoopy auf der Socke, der die Richtung angibt: immer voran.

Das Bild zeigt ein Paar Beine im beschriebenen Zustand. Die Beine sind ölverschmiert. Deutlich ist Snoopy zu erkennen auf der Socke am linken Fuß.
Bild: Cartoon von Barbara H. Er zeicht drei Tandemfahrer beim Stammtisch. Die erste Person sagt: "Eigentlich schade, daß wir im Winter nicht Tandem fahren können. Was haltet ihr von einem Doppelrad-Heimtrainer mit Tannenduft umhüllt; Vogelzwitschern und Vooornegebrüll aus dem Lautsprecher?" Die Zweite Person sagt nun: "Super, fehlt nur die REgensimulationsanlage." Schließlich die dritte Person: "Und Butterkuchen."